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Die anarchistische Presse

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

Die anarchistische presse.

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„Der Communift" pfeift auf alle Moral und alle pflichten, und er wird alles daran setzen, auch den letzten Rest von Eigentum und Autorität, ZTtist und Schwindel hinwegzufegen.

„Der Communist" scheißßßt auf die Politik. . . ."

Auch diese Blätter konnten nur durch die Vxferwilligkeit einzelner bestehen.

„Die paar Kröten, die durch den Verkauf erzielt wurden, reichten kaum, ums Papier bezahlen zu können, und so mußten stets einige gute Freunde in die schon ziemlich leeren Taschen greifen, um das Defizit zu decken . . schrieb der „Lumxen-proletarier".

3n Deutschland fand diese londoner Literatur nicht vielen Anklang. Und wo man sie las, sah man sie lediglich als eine Rarität an. Die Berliner anarchistischen Arbeiter wurden jedenfalls nie durch eine solche Sprache gepackt; gewöhnlich amüsierten sie sich, aber schüttelten doch andrerseits den Kopf darüber. Und als der „Sozialist" einmal das Wort Certaus zitierte, das dieser gegen den Zensor fluchte: „3ch lasse mir nicht auf die Ceyer scheißen!" entrüsteten sich einige anarchistische Arbeiter über den Redakteur, daß er das anstößige Wort ausgedruckt und nicht punktiert habe.

Mit Ausnahme der von allen diesen Blättern am besten redigierten „Autonomie", die sich mehrere )ahre hielt, stellten sie ihr (Erscheinen bald wieder ein.

Zur Zeit erscheint kein deutsches Vrgan in London. Für Deutschland kommen allein die beiden obengenannten, in Berlin erscheinenden in Betracht. Die ZTiostsche „Freiheit" ist heute fast ausschließlich auf einen deutsch-amerikanischen Leserkreis beschränkt.
        
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