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Eine mißglückte Spitzelwerbung

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

Eine mißglückte Spitzelwerbung.

sich in Machners Koffer befunden und war bei der Visitation 511 Tage gefördert worden. Auf lebhaftes Drängen des Kommissars erhielt dieser es von dem neuen Vigilanten.

Der Wandel wurde schriftlich abgeschlossen. Machner sollte ein Papier unterschreiben, auf dem ungefähr zu lesen war, daß er sich verpflichte, von Zeit zu Zeit Berichte zu liefern, jedoch gewarnt worden sei, die Nolle des Agent provocateur zu spielen.

Der Anarchist unterschrieb und erhielt — ^0 Mark, die er unter dem Namen „Kirchheim" zu quittieren hatte.

Gleichzeitig erfolgte seine Freilassung. Nachdem mit dem Kommissar noch eine Zusammenkunft in Berlin verabredet worden, begaben sich beide in verschiedenen Zügen nach der Hauptstadt. Hier fand Alachner postlagernd nochmals eine Aufforderung vom Kommissar Boesel vor:

Lieber Freund! Sollten wir uns heute nicht mehr treffen, so sehen wir uns morgen nachmittag 9 Uhr an der bewußten Stelle.

£. A.	(?)

L. A. besagte: Landsberger Allee. Unterschrieben war ein gleichgültiges, unleserliches Zeichen.

Die Zusammenkunft fand statt und bei ihr erhielt der neue Spitzel seine näheren Weisungen. Zltochner brauche — wurde ihm gesagt — keineswegs seine politischen Anschauungen zu ändern; er solle wie zuvor in der Bewegung stehen bleiben; nur solle er sich möglichst revolutionär stellen, um bei den „Männern der Tat" Fühlung zu gewinnen. Sitz seines Wirkens sollte London sein. Dort sollte ein Blatt gegründet werden, das durch seinen Radikalismus dem in Berlin erscheinenden „Sozialist" Konkurrenz zu machen geeignet sei, dessen
        
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