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Die unsichtbaren Fäden der Polizei

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

52 Großstadt-Dokumente Bd. 9. Berliner Arbeiterbewegung.  _______

zwischen mit der belgischen ihre Unterhandlungen; da — am 2\. Februar wurde Neve beim Verlassen des Cafe pl]öni£ mit seinem Freunde Groß auf offener Straße verhaftet und als „Vagabund", im offenen Widerspruch mit der bisherigen Praxis und ohne alle weiteren Formalitäten, bereits am anderen Tage per Schul) an die Grenze gebracht und in Herbes-thal der deutschen Polizei in die Hände geliefert. —

Das Reichsgericht machte Neve als Verbreiter der „Freiheit" wie der „Autonomie" für den Inhalt dieser Blätter verantwortlich und verurteilte ihn ein halbes Jahr später auf Grund des Hochverratsparagraphen zu ^5lZahrenZucht-h aus. während der verbüßuug dieser Strafe starb er, irrt 3ahre 1(896.

Die Tätigkeit der Polizeispione Reuß und peukert, die zu feiner Entdeckung und prozessierung führte, ist außer durch den erwähnten Bericht des Detektiv Trautner, auch von Neve selbst in geschickt verfaßten Briefen, unter Phrasen, die nur feinen Freunden verständlich waren, aufgedeckt worden.

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3n die jüngste Zeit fällt die Entlarvung des Polizeispions „Schriftsteller" Friedrich H. Hartmann, deren Geschichte noch besonders interessant ist dadurch, daß er die Tendenz der politischen Polizei erweist, ihre Fäden über das Gebiet der Arbeiterbewegung hinaus in die Kreise der modernen Literatur zu spinnen.

Hartmann, das pädagogische Produkt einer Erziehungsanstalt, tauchte, ein Bursche von zirka fahren, in Braun -schweig aus als Redakteur einer Art Zeitschrift für dichtende Dilettanten, die unter dem Titel „Der Citerat" eine schauderhafte Poesie publizierte, die durch die beigefügten Porträts der Versverbrecher keineswegs gewann. Unter den jungen
        
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