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Die unsichtbaren Fäden der Polizei

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

50 (Srof5ftabt=Dofumente Bd. 9» Berliner Arbeiterbewegung.

von der Polizei scharf gefahndet wurde, unter großen Schwierigkeiten nach Deutschland geschmuggelt werden mußte, wo — vor allem in Berlin — ihre weitere Verbreitung stattfand, in einer weise, die gelegentlich der Erwähnung des Prozesses Neinhold geschildert worden ist.

Johann Most schrieb von Neve: „Dieser Mann war mein täglicher Genosse bei der Arbeit. Sobald er aus der Werkstatt kam, wo er als Tischler sein Brot verdiente, sowie allsonntäglich, stellte er seine ganze Kraft der „Freiheits"-Administration Zur Verfügung. Er besorgte die Buchführung, falzte, packte, adressierte, schrieb Geschäfts- und andere Briefe usw. Und wenn, wie gar häufig, das Geld zu den nötigen Postmarken fehlte, da griff er, wenn es irgend möglich war, in die eigene Tasche, um das nötige „auszulegen", ohne daß je an einen Ersatz zu denken war."

Später, als er von London flüchten mußte, weil er seitens der englischen Regierung in seiner Eigenschaft als „Freiheits"-Expedient verfolgt werden sollte, wirkte er auf dem europäischen Kontinent mit großem Eifer für die Verbreitung der „Freiheit", zunächst in Oesterreich, wo man ihn in Wien einsperrte und hernach auswies, dann in Deutschland.

3m Jahre wurde er in fjanau verhaftet; es gelang ihm aber, Richter und Polizei über seine Person zu täuschen und er wurde nur wegen „Verbreitung verbotener Schriften" zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, während dieser Zeit sollte er als Zeuge gegen den bekannten Journalisten Karl S ch n e i d t auftreten, der wegen Hochverrats (begangen durch seine Mitarbeiterschaft an der „Freiheit") in Untersuchung lag; Neve gab unter seinem Eid die Erklärung ab, daß er Schneidt nicht kenne, weil er gar nicht Neve, sondern Ernst Stevens heiße. Damit half er dem Genossen aus der Klemme, lud aber
        
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