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Attentatsmysterien

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

Attentatsmysterien.

mann, mit Aussichten, durch Beteiligung an einer Erfindung „{00%" verdienen zu können.

Nach alledem warteten wir der weiteren Aktionen des £) entmann. Er suchte sich alsbald in einer Massenversainrnlung wieder Spohr zu nähern uud lud ihn nach Schluß derselben zum Kneipen und Erzählen ein; nach energischer Abwimmelung ließ er dann nichts weiter von sich verlauten.

Die Afsäre geriet bei den Beteiligten in Vergessenheit, bis anläßlich des Koschemannxrozeffes bei ihnen der verdacht erwachte, dieser Henkmann könne möglicherweise von der mit Explosivstoffen und mechanischen Zündern ausgestatteten Riste an den Polizeiobersten Krause mehr wissen als Koschemann.

Die nun sofort unternommen Schritte, den fjertfmann zu stellen, hatten ein Resultat, das das Mysterium dieser ganzen Afsäre völlig verdunkelte und sich wahrhaft dramatisch gestaltete. Es ergab sich nämlich, daß die Wohnung des Mannes (Berlin, Friedrichsgracht Nr. 62) gerichtlich versiegelt war, weil dieser ^ Tage zuvor Selbstmord b e -gangen, sich gemeinsam mit seiner Frau durch Anzünden der Lagerstatt getötet hatte. —

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Auf die Schilderung dieser Tatsachen hin, die Gustav Landauer und Wilhelm Spohr unmittelbar nach der Erkundung des Todes kjenkmanns vor den Geschworenen des Kofchemannprozejfes unter ihrem Eide gaben und in der sie der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß sie es bei Henk-mann mit einen a g e n t provocateur zu tun gehabt hätten, — erklärte der Polizeikommissar Boese 1, daß er fjenftnann nicht gekannt habe, auch nichts davon wisse, daß derselbe in Polizeidiensten gestanden.
        
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