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Attentatsmysterien

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

Attentatsmysterien 
Am 29. Juni des Wahres J895, abends zwischen 7 und 
8 Uhr, wurde in Fürstenwalde bei Berlin eine Riste zur poft 
gegeben, in Packpapier gehüllt, unfrankiert. Die Adresse lautete: 
fjerm Oberst Krause, Berlin NO., Alexanderplatz 2. Neben 
der Adresse war ein Glas gezeichnet, die übliche Mahnung, daß 
das Paket als „zerbrechlich" vorsichtig zu behandeln sei. Als 
Absender war „C. Becker, Fürstenwalde" angegeben. Die Kiste 
kam um Mitternacht in Berlin an. Aus dem Paketpostamt in 
der Granienburgerstraße lenkte sich die Aufmerksamkeit eines 
Postbeamten auf sie. Aus ihrem Boden tropfte eine helle 
Flüssigkeit, die einen starken Benzingeruch ausströmte. 
Wie es kam, daß dieser Umstand als etwas ganz Be¬ 
sonderes aufgefaßt wurde, ist nie festgestellt worden, ebenso¬ 
wenig wie der andere Umstand, daß man bei der sofort statt¬ 
findenden Veffnung die denkbar größten Vorsichtsmaßregeln 
anwendete, jedenfalls aber zeigten sie sich als gerechtfertigt. 
Denn als Inhalt der Riste entpuppte sich eine sog. „Höllen¬ 
maschine", d. h. ein mit Explosivstoffen in Verbindung stehender 
Mechanismus, bestimmt, an einem gewissen Zeitpunkte den 
ganzen Inhalt zur Explosion zu bringen. War diese „Höllen¬ 
maschine" ein ernstgemeintes Attentatsinstrument, so mußte sie 
eine bedeutende Wirkung ausüben; neben etwa einem Pfund 
Pulver enthielt sie, wie die Untersuchung ergab, 7 Flaschen mit 
zusammen 5000 Gramm tigroin, eine dem Benzin ähnliche 
Flüssigkeit. Durch das Pulver in Brand gesetzt und zur Lxplo-
        
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