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In der Dynamitkiste

Full text: Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung / Weidner, Albert

*6 Großstadt-Dokumente Bd. 9. Berliner Arbeiterbewegung. 
steht, ist der, daß Sie ohne persönliche Gefahr morden, während 
ich meine Freiheit und mein Leben dabei aufs Spiel setzte. 
Meine Herren! Sie sollten nicht sowohl die Verbrecher 
verurteilen, als die Ursachen der verbrechen vertilgen. 
Es wird immer Verbrecher geben; heute vertilgen Sie 
einen, morgen werden zehn neue geboren. was ist da zu 
machen? Das Elend abzuschaffen, diesen Heim des Ver¬ 
brechens. Und wie leicht ist das zu realisieren! Es genügt, 
die Gesellschaft auf einer neuen Basis aufzubauen, wo alles 
Gemeingut ist, und worin jeder, indem er nach seinen Aulagen 
und Kräften produziert, nach seinen Bedürfnissen konsumiert. 
Dann würde man weder Ceute antreffen, wie der Ein¬ 
siedler von „Notre-Dame-de-Grace", noch solche, welche betteln 
gehen um eine Münze, deren Sklave und (Dpfer sie gleich- ' 
zeitig werden! Man würde keine Frauen mehr finden, welche 
ihre Körper verkaufen und keine Männer mehr wie pranzini, 
prado, Berland, Anastay und andere, welche um dieser Münze 
willen Mörder geworden sind! Das beweist sonnenklar, daß die 
Ursache aller Verbrechen immer die nämliche ist und daß man 
wirklich wahnsinnig sein muß, dieses nicht einzusehen. 
3ch bin nur ein einfacher Arbeiter ohne Bildung; aber 
weil ich das Leben und die Existenz des Elends miterlebt, 
fühle ich die Ungerechtigkeit eurer repressiven Gesetze weit 
besser, als ein reicher Bourgeois. 
woher nehmen Sie sich das Recht, einen Mann zu töten 
oder einzusperren, welcher, auf die Welt gesetzt mit dem Be¬ 
dürfnis, zu leben, sich in die Notwendigkeit versetzt sah, zu 
nehmen, was ihm fehlte, um sich zu ernähren? 
3ch habe gearbeitet, um zu leben und um den Meinigen 
zum Leben zu geben, und so lange, wie ich und die Meinigen 
nicht über das Maß gelitten haben, bin ich geblieben, was 
Sie „ehrlich" nennen. Dann ging die Arbeit aus und mit der
        
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