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Das Laufmädel

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

92	Großstadt-Dokumente	Bd.	jo.	Berliner	Sport.

mer 3 ?y2 Goldkronen, Nummer H 50 Märker und Nummer 5 eine Krone. Die „zehn Mädchen und ein Mann" — das war der Starter — formierten sich wieder in Linie am Ziel. Diesmal war die Gesellschaft mäuschenstill in fiebriger Aufregung. Nur eine kleine freche Ratte tat den Mund auf:

„forste, Gustav, wette us mir!" Diese Nummer ^ ging als Favorit in den Endlauf, denn sie war hübsch, hatte ein berlinisches Stumpfnäschen und dazugehöriges Mundwerk und war im ganzen, was man einen strammen Kerl nennt. Das Mädchenheer paßte wie der Luchs auf.

„Achtung! Los!" Nummer ^ war zuerst auf den Beinen; mit ein paar kräftigen Sätzen flog die Kleine davon und legte von Anfang an einen sehr respektvollen Zwischenraum zwischen sich und ihre Kolleginnen. Die Aermsten quälten sich weidlich, der kleinen Krabbe an die Sohlen zu kommen. Verlorene Liebesmühe. Nummer ^ trabte mit zehn Meter Vorsprung, munter wie ein Wiesel, dem Ziele zu, und als die zweite Nunde und die 500 Meter erreicht waren, hopste Kleinchen, das Zielband durchreißend, als Siegerin vorbei. (Ein wütender Lndkampf ging um die platze an. (Ein Mozartzopf hatte den zweiten fast sicher, als ihr Herzchen arg zu puppern anfing und die Seligkeit endete.

Nummer ^ strahlte im Glückstaumel und fiel ihrem Gustav küssend in die Arme. „Na, hab’ ick't rtich jleich jefagt!" Der Riesenlorbeer wickelte Fräulein Gertrud — das war Nummer ^ — förmlich ein, und stolz wie sonst nur Spanierinnen fein können, machte sie, die plazierten hinterdrein, ihre Ehrenrunde.

So hell hat ihr noch kein „Heil dir im Siegerkranz" in die Ohren geklungen. Und so viel Gold auf einmal. . . . Trude war außer sich. 3ch gratulierte ihr. „Und gerade die jüngste, mein Fräulein!"

„3a, erst siebzehn 3ahre!" — „von Beruf?"

„Arbeiterin, janz jemeine Arbeiterin. (Oben vier Stock
        
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