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Das Laufmädel

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Das Laufmädel.

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Jüngsten und Kleinsten blieben meist die Flinkesten. Mit hin und her schlenkernden Armen hüpften sie die anderthalben Run-den dahin; es war kein sportmäßiges Laufen, die Arme an den Rüsten; nur reines Naturburschentum. Daher die vielen Schiffbrüchigen.

Neugierig waren diese jungen Dämchen selbst im Nennen. Das sollte einer feschen Blauen zum Fallstrick werden. Die Kleine steckte im achten vorlauf. Sie hatte ihren Sieg schon in der Tasche, denn das Ziel lag gerade noch fünf Schritte vor ihr, und eine weile zurück kam das nächste Laufmädel in Sicht. Da dreht Nummer \ triumphierend das Köpfchen um, und pardautz liegt sie in der nächsten Sekunde gestolpert mit fliegendem Nöckchen und zerschundenem Knie am Boden.

Und Nummer 2 sann, mit Hohngelächter bejubelt, ihr den Sieg vor der Nase fortschnappen.

(Ein anderes Malheur traf eine von der zimperlichen Couleur. Das Mädel führte mit weitem vorsprung und hatte schon ein kleines Warenlager von Kämmen und Nadeln aus dem Haar verloren. Als auch der letzte Kamm zu Boden flog, ließ sie Hennen Nennen fein, hob säuberlich das Kämmchen auf, und derweilen war sie die letzte geworden, aber sie hatte doch ihr Kleinod wieder.

So gingen nach und nach die Dorläufe zu Lnde unter dem Freudengeheul des Stehplatzes.

Die zehn Siegerinnen rümpften stolz die Näschen, hakten den Arm in den ihrer Freunde und riefen: „Siehste, nu bin ick doch in de Entscheidung drin! "

Die fiel eine Stunde später. Am Nichterhäuschen hing ein Niefenlorbeer mit schwarz-weiß-roter Schleife und „echt" goldener Inschrift für die Siegerin. „Echt Gold, siehste Mieze!" Und daneben lagen vier umfangreiche Maiglöckchensträuße für die Nächstplazierten. Aber ganz in einer Ecke versteckt ruhten kleine Ltuis, und darinnen steckte wirkliches Gold. Für Nummer \ J5 Zehnmarkstücke, Nummer 2 \0 Goldfüchse, Num-
        
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