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Vollblut

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Großstadt-Dokumente Bd. ;o. Berliner Sport.__________

fegen die Renner in leichten Spritzern „half speed“ über die Bahn zum probegalopp für den nächsten Renntag. Jeder Galopp und jeder Kanter wird getreulich gebucht, und abends steht in Sportblättern zu lesen: Bollensdorfer und Adonis-Bahn: X. I). Z. kanterten *000 Meter und legten nachher in flotter pace ^600 Meter zurück. . . . Zdea-Bahn: A. B. C. galoppierten in nützlicher Manier 2000 Meter . . der Rest tat leichte Arbeit. Das wird in den Sportbudiken studiert, so fleißig wie die Kurstafeln. Der Renner macht sich sein Exempel zurecht und weiß zwischen den harmlosen Zeilen zu lesen, welchem Tier er sein Vertrauen für das kommende Rennen schenken soll.

Der Renntag ist gekommen.

Maiengrün und blauer Sonnenhimmel. Lin „klassisches" Rennen von zehntausend Mars steht auf der Karte.

Die Lxtrazüge, am Lokomotivenkopf ein weißes Blechschild: „Nach L)oppegarten", dampfen in die Stadtbahnhalle. Die wagen vorn sind gesperrt für die misera plebs. Lin Zerberus wacht davor, denn am Fenster hängen grüne Cäfeichen: „Reserviert für die Mitglieder des Union-Klubs". Turfklub, verein für Hindernisrennen und deutscher Sportverein genießen dasselbe Glück.

Am Zoologischen Garten geht es noch gemütvoll zu. Die wagen fahren fast leer davon. Auf Friedrichstraße sind sie im Sturm genommen und schon drangen sich Stehplätzler. Das Dutzend ist voll. Am Alexanderplatz kommt noch ein halbes Dutzend dazu. Der Kampf mit den Ellenbogen beginnt. Lin dicker Sechserrentier prustet an jedes Fenster, aber sie sperren ihm die Tür vor der Nase zu — und schon dampft der Aug aus der Halle. Am Schlesischen Bahnhof, wo die kleinen Leute aus dem Osten warten, hilft auch der kräftigste Arm nichts mehr. Alles bis oben vollgepfropft, und weiter geht es ohne Aufenthalt bis fjoppegarten.

Rermprogramme, Tips und Sportblätter werden überflogen. Die Turfweisen erzählen Wunderdinge. Sie haben
        
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