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Hinter den Motoren

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Hinter den Motoren.	73

Die Schrittmachermaschinen knattern zur Proberunde die Bahn ab. Dann gehen sie an den Eingang der Westkurve zurück, auf den Startschuß lauernd.

Die Spannung wächst fiebrig.

Jetzt schlüpfen die Fahrer des goldenen Rades aus ihren Kabinen heraus. Schlanke Trikotgestalten mit nackten Beinen. Einer nach dem anderen. Ihrer sechs Mann. Und der Liebling darunter, der hundertfältige Sieger: Thaddie Robl. von £}aus aus Münchner, aber im Grunde Berliner, denn Friedenau ist die Bahn feiner Erfolge, sie hat ihn groß gemacht. Die Gestalt ist biegsam, schlank wie eine Tanne. Der immer lächelnde Kopf ist leicht übergeneigt. Muskeln wie Eifert. Seine Augen find übernächtig!, denn die Rennnacht mag den Bars geopfert fein. Das Trikot ist fchwarz-weiß-rot gestreift.

wie einem Triumphator jubeln sie dem zähen Bajuvaren zu, der sich der Ziellinie nähert, wo die Räder bereit stehen. Respektvoller werden die anderen Fahrer begrüßt.

Da ist der blonde Ljolländer Dickentmann, in weiß-rotem Dreß, hypernervös. Der schwarzlockige, stämmige Franzose Contenet, ein gefürchteter pariser Rekordbrecher. Dann der stiernackige englische ZTiatador Tom Cinton, ein alter Haudegen. Zuguterletzt zwei Fahrer, deren Ruhm noch jung ist, Dernke, den die Lokalpatrioten verhätscheln und der Deutsch-Schweizer Ryser. Man wundert sich, warum der ins Rennen geht, und „Statist" ist der bittere Beiname, den der Arme hören muß. Das Feld ist aufgesessen und steht in Positur auf dem roten Zielstrich. Freunde halten Fahrer und Rad aufrecht. Die Rnipser verrichten ihr Werk. Atemlose Spannung.

Endlich schwingt der Mann am Ziel eine rote Flagge. Die Motoren hinten am Ausgang der Zielkurve setzen sich langsam, die Gerade hinunter in Bewegung. Eine Sekunde später platzt der Startschuß und die sechs Fahrer gehen auf die Reife. Die Motoren hinterher. Jeder sucht schnell seinen Mann, den er zu „ziehen" hat. Aber da ist einer oben auf die
        
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