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Hinter den Motoren

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Hinter den Motoren.	?l

die große Haupttribüne vor dem Ziel mit dem parterre hölzerner Togen füllt sich.

Ganz zur Rechten, die fleißigen Pressemänner, den Bleistift gespitzt zum ersten Eindruck. Ihr Ticket ist ein Freipaß für jeden platz. Nicht alle sind zünftig. Mancher Freibeuter schmuggelt sich unter die Lhroniqueure des Tages, kritzelt ein paar Figuren in f ein Programm und hat seine Schuldigkeit getan.

Die große Welt auf dem anderen Teil der Tribüne ist bunt gemischt. 3n den Logen neben dem „Verhältnis" in weißer Seide und der dezenteren Lriedrichstraßenkokotte das wohl-gepflegte Bürgertum. Nicht Berlin W., das im Sportpark fast gar nicht zu Hause ist, dieweil es nichts zu weiten gibt. Der Totalisator macht vor der Radrennbahn Halt. Aus Menschen wetten, das läßt der Berliner dem Ausland. Das „Kippe"-Fahren auf Verabredung ist ihm ein Gräuel; und steht erst die Webmaschine aus der Radrennbahn, dann ist die Kippe schwer zu meiden.

Halb H Uhr.

Auch im Innenrasen sind Gäste eingezogen.

Ein Meer von Köpfen umher. Zwanzigtausend.

Auf den Dächern im Kreis der umliegenden Mietskasernen lassen sich schwarze saufen sehen. Die waghalsigen hängen an den Telegraphenstangen. Um die Zeit geschieht es, daß auf dem Stehplatz, der großen Tribüne gegenüber die morsche Barriere durch den Ansturm bricht. Einer wilden Horde gleich überschwemmen viele Hunderte über den Zement torkelnd den 3nnenrafen, der im Handumdrehen einem Ameisenhaufen ähnelt. Die zwei breitschultrigen Wachtmeister sind machtlos und lassen ohnmächtig gewähren, daß die „Olympier" von dem teuren Rasen Beschlag nehmen.

Endlich kurz vor ^ Uhr.

Auf dem grünen Richtertürmchen am Ziel hat der Ausschuß sich niedergelassen.

Die Funktionäre mit weißen Schildmützen. Als da sind
        
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