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Hinter den Motoren

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

66	Großstadt-Dokumente	Bd. *o. Berliner Sport.

verdoppelter Kraft wieder eingebracht werden. Mder der Maschine ist die £uft ausgegangen, ehe noch der Reservemotor eingesprungen ist, und dann heißt es führerlos umher-gondeln und zusehen, wie die anderen vorüberhuschen.

Line Kunst für sich ist das wechseln der Motoren. Die Maschine hat ihre Schuldigkeit getan. Kilometer für Kilometer, und fängt an auszusetzen. Ein wink und der (Ersatzmotor — wehe, wenn er nicht bereit ist — kommt angesetzt, sucht flugs seinen Fahrer auf, legt sich neben die Maschine und fährt ein Stiicf Weges mit. (Ein günstiger Augenblick, wo die Strecke frei ist, wird abgepaßt. (Ein Ruck des Mannes hinter dem Motor, und seitwärts gleitet das Rad fort von der alten Führung hin zur neuen, frischen Mannschaft. Der alte Motor pfaucht in die Kurvenecke hoch oben und läßt sich schmieren.

Das wechseln kann gut und schlecht sein. €s ist gut, wenn der Fahrer keinen Boden verliert und sofort vorwärts weiterfliegt. Schlecht, wenn er den Anschluß verpaßt und Längen einbüßt. Ein Meister im wechseln ist Robl. Dübel-stürm, wenn er flink wie eine Katze hinter seiner neuen Mannschaft her ist.

3n kurzen Rennen ist ein Wechsel selten und vom Uebel. Lr nimmt aus dem Fahrer immer etwas heraus.

Daß auch der kräftigste Dauerfahrer bei längeren Distanzen von mehr als J|00 Kilometer nicht auf dem Rade sitzen kann, ohne seinem inneren oder äußeren Menschen eine (Erfrischung zuzuführen, ist nur natürlich. Der Motor führt meist den Proviant mit sich, und schnell reicht der Hintermann, wenn sein Herr sich schwach fühlt, einen Schwamm, der Kops und Gesicht Kühlung bringt. Oder einen Trinkbecher mit schäumendem Sekt, den Durst zu löschen, der bei diesem rasenden Tempo immer quälender wird. Die Nervösen priemen; und die Kauwerkzeuge gehen ständig hin und her.

wenn das Nennen Stunden hindurch geht, ist ein ganzes Zeltlager auf dem ^nnenrasen aufgeschlagen. (Eine kleine Buden-
        
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