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Hinter den Motoren

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

6H	Großstadt-Dokumente Bd. to. Berliner Sport.

Fehlen die Schrittmacher, so ist auch der tüchtigste Mann ein bemitleidenswertes Vbjekt. Lin bloßer Spielball, der dem Gespött der Masse anheimfällt.

Die Steher sind die Helden der Radrennbahn geworden. <£s ist keine Frage, daß die bunte Szenerie eines sportlichen Spektakels, wie es ein Dauerrennen darstellt, die Menge immer für sich hat. Das zeigen die großen Friedenauer Nennen, das goldene Rad über \00 Kilometer, die Sechs-, Zwei- und Lin« stundenrennen zur Genüge. So eine wilde Dagd hinter den Motoren, schlägt auf die Nerven, reizt die Spannung und läßt die Augen fast ununterbrochen fesselnde Momentbilder sehen.

was in früheren Jahren gewöhnliche Zweisitzer bis hinauf zu den Sechssitzern taten, daß sie dem hinter der Führungsmaschine hermarschierenden Fahrer den Wind aus den Segeln nahmen, das geschieht heute vom Benzinmotor. Unvergleichlich besser und vor allem in einem Schnelligkeitstempo, das Menschenkräfte nie erreicht haben.

Die erste Phase eines Dauerrennens.

Hinten am Ausgang der Zielkurve steht das Heer der Schrittmacher mit den Maschinen, die sämtlich einspurig sein müssen. Lin kleines Vorspiel ist schon vorangegangen. Sie haben die Motoren ein paarmal auf probe um die Bahn knattern lassen und Stimmung gemacht.

Da sieht man die merkwürdigsten Vehikel. Große ungefüge, englische und französische Maschinen und wiederum blitzsaubere deutsche Motoren. Ungetüme, die eine Leistungsfähigkeit von zwölf und mehr Pferdekräften entwickeln und wie die Windsbraut die Bahn durchsausen, den Kilometer in dreiviertel Minuten.

Dann marschiert das Völkchen der Schrittmacher, im farbigen Trikot, ohne den Renndreß der Reiter zu imitieren, oder im ledernen Lhauffeurgewand, wieder auf seinen platz zurück.

Neben ihnen stehen die „Reservisten" mit ihren Maschinen.
        
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