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Zwischen den Turskulissen

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Zwischen den Turfkulissen

3eber Ljerr eines Rennpferdes, das in Hoxpegarten, Karls* horst oder auf der karusselartigen Sonntagsrennbahn in Straus-berg laufen soll, hat seine eigenen Farben. Sie sind gegen Zahlung eines festen Obolus säuberlich in die Bücher des Unionklubs eingetragen.

Es sind ihrer so vielfältige Dresses, daß die malerische Phantasie wahre Orgien in der grellen Komposition der bunten Seidenjacken treibt. Tohuwabohu des Tuschkastens. Kostspieliger stellt sich die Farbeneintragung, wenn sich Herr 3E. X}. Z, ehemals Fettviehhändler oder Großdestillateur, nicht mit seinem biederen berlinischen Namen an den Pranger stellen will. Er firmiert dann als 21(r. Soundso. Oder, wenn er auf Teilung — im Sportjargon: Partnership — mit anderen im Kompagnie-geschäft sich Pferde hält, dann heißt es wohl Gestüt. . . . Aber auch unter einem einfachen ZTcr. versteckt sich mitunter eine ganze Renngesellschaft, von der nur die Eingeweihten wissen, welchen winzigen Anteil Müller, Schulze und Konsorten an den Vierbeinern haben.

Unter dem Deckmantel der Partnership läßt sich leichterem Ding drehen. Die rechte fjand weiß oft nicht, was die linke tut. Einer der fjauptställe, der unter einem Pseudonym segelte, trug die Marke: Kapt. 3°e.

Er ist geaicht auf artige wettcouxs, aber hält sich in vornehmen Grenzen, winters über, wenn über den deutschen Rennsxort Sperre verhängt ist, wagt er wohl einen Gang über den Kanal und sucht in England ein Rennen mitzunehmen. . . .
        
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