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Gestürzt

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

\2	Großstadt-Dokumente	Bd. \0. Berliner Sport, ____________

Kameraden, Trainer und Stallburschen bewegen sich im Eilschritt nach dem Wassergraben, und langsam, viel zu langsam, schleppen ein paar Wärter die Tragbahre hin.

(£s war ein schlechter Sturz.

Das pferd brach das Genick, und der Unglücksreiter wird besinnungslos auf der Bahre ins Aerztezimmer getragen.

Das ist das Kehrbild der Medaille, deren Vorderseite ein so brillierendes Relief zeigt. Gerade der Sport birgt seine Gefahren. Heute rot, morgen tot — dies Alemento wird jedem Rennreiter hundertfältig vor die Augen gerückt. Die schweren Stürze auf der Rennbahn und gar mit tätlichem Ausgang gehören verhältnismäßig zu den Seltenheiten, und ein (Lodes-stürz, wie ihn zuletzt auf der Rennbahn in der wnhlheide der Hockey IZerabek tat, ist ein immerhin vereinzeltes Vorkommnis, das seinesgleichen in Karlshorft nur fünf Dahre vorher hatte, als der junge Graf Zech am schweren Rarlshorster Sprung

sein ^eben ließ.

Den eigentlichen Boden für den Sturz im Rennen bietet

naturgemäß die Hindernisbahn.

Kaum ein Berliner Renntag geht hin, ohne daß nicht in irgend einer Hürdenkonkurrenz, in dieser oder jener Steeplechase Hockey unb'Herrenreiter genötigt werden, eine unsanfte und nicht ganz freiwillige Bekanntschaft mit Mutter Lrde zu machen.

3m Rennbericht heißt es dann lakonisch: Der Fuchswallach 36. V}. trennte sich von seinem Reiter. —

Die Unsicherheit eines schlechten Springers, der zu alle-dem mit der sehr difficilen Rarlshorster Bahn und ihrem Kurs noch nicht genügend vertraut ist, und nicht zuletzt das Ungeschick und die Sorglosigkeit des Reiters Haben die meisten Unfälle im Gefolge. So ein Sturz sieht in der Mehrzahl der Fälle gefährlicher aus, als er im Effekt ist.

Der Reiter fliegt — die häufigste Art des Fallens beim schlechten Sprung über den Kopf des Pferdes hinweg, oder am Halse hinunter. Lr bleibt ein paar Augenblicke befmnungs-
        
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