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Das Wetteinmaleins

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

58	Großstadt-Dokumente	Bd.	*o.	Berliner Sport.__________

Tototickets vor die Nase gehalten. „Hier, mein Hrrr, sehen Sie selbst, was für Summen ich an der ZlTaschine angelegt habe!" Die Helmspitze geht beruhigt ab, und der Buchmacher lacht sich tns Fäustchen. Ein gelungener Trick. Bestellte Helfer haben ihm die von den Rennbesuchern beiseite geworfenen Tickets auf dem Nasen von allen Ecken und Enden aufgelesen, und die Harten paradieren jetzt als stolzer Beleg für die sorgsame Geschäftsführung des Buchmachers. Die Polizei ist schließlich hinter die Schliche gekommen.

3n Hoppegartert und in Karlhorst hangen seitdem ein paar Briefkasten mit dem Aufdruck:

„Bitte, wertlos gewordene Tickets hier hineinzuwerfen."

(Erfolg mangelhaft.

Die Winkelbuchmacher mit Zuhältervisage sind eine alltägliche Erscheinung hinter den Schranken des Gerichtspalais. Der deutsche rennlose Winter ihres Mißvergnügens pflegt die Zeit zu sein, wo sie die paar Wochen Haft, die ihnen aufgebrummt werden, „abmachen". Hinterher find sie wieder Gentlemen, die von Gentlemen leben. Spezialität ist der Teil Buchmacher, der eine gewonnene hohe wette, die er zu zahlen hat, wie ein Gespenst ansieht. Da werden tausend Vorwände vorgeschoben, die wette ungültig scheinen zu lassen. Die geläufigste Ausrede ist: Unvollständiger wettschein.

Heißt das gewettete Pferd Agathe oder Ilse I, und der wettenschreiber hat Agatha oder Ilse II aufgezeichnet, so wird ohne weigern, wenn Fräulein Agathe als Siegerin einläuft, die Quote nicht ausgezahlt. Gleichgültig ob ein Pferd mit ähnlichem Hamen gar nicht mit galoppiert ist. Denn der wett« fcheinbefitzer hat vorher zu prüfen, ob der Gaul richtig gebucht ist. Hat die so verhunzte Agathe usw. das Rennen aber nicht gewonnen, dann wird es keinem Buchmacher auf der Welt in den Sinn steigen, den Einsatz zurückzuzahlen, weil der Name falsch geschrieben war.

Das Buchmachen ernährt seinen ZTiann. Am Ende ver-
        
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