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Das Wetteinmaleins

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

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besitzer, ob für In- oder Ausland, alle wettaufträge, die sie vermitteln, anlegen und eine Stempelsteuer entrichten. Aber, wie die Buchmacher auf den Rennplätzen, wetten sie in der Regel „in sich", stecken die Einsätze gelassen in die Tasche und sind ihr eigener Totalisator.

Das Gelichter der kleinen Winkelschreiber vergißt nebenher noch, die Stempelsteuer zu zahlen und fliegt, wenn es ertappt wird, hinter schwedische Gardinen.

Die Mehrzahl der wettbureaus läßt sich für die Vermittelung einer wette nicht einen roten geller zahlen, höchstens, daß zur Vorsicht auf dem numerierten wettschein, der auf der Rückseite früher noch die wettbedingungen enthielt, jetzt aber unverdächtig leer aussieht, eine 25 prozentige Vermittelungsgebühr figuriert, die niemals gezahlt wird. Nur um der schönen Augen der wettenden halber, übernimmt das Kommissionsbureau die Vermittelung ganz gewiß nicht ohne Vergütung. Es ist klar, daß die Einsätze glattweg dem Buchmacher zufließen und nur ein verschwindend geringer Betrag gesetzmäßig der wettmaschine ausgeliefert wird. Aber selbst diese Miniatur-summe nur in dem Falle, wenn der Buchmacher Deckung sucht und fürchtet, zu große Beträge auf das chancenreichste Pferd und zu wenig auf die übrigen angenommen zu haben, wetten nach dem Ausland werden überhaupt nicht „drüben" angelegt. Dazu würde die Zeit fehlen, da bis eine Stunde vor dem Rennen in Frankreich und England noch Einsätze angenommen werden. 3m dringendsten Deckungsfall wird wohl einmal telegraphisch Anlegungsordre gegeben.

Die Berliner Polizei sieht den Winkelbureaus seit fahren luchsartig auf die Finger, aber sie ist allen Tricks gegenüber machtlos. Schließt sie heute zehn Stellen, wachsen morgen zwanzig neue aus der Erde.

Line ständige Kontrolle ist undenkbar, das Heer der Buchmacher ist immer witzig genug, sich den Fangarmen zu entwinden. 3m Notfall werden dem Polizeimann Bündel alter
        
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