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Tipster

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

20	Großstadt-Dokumente Bd. ;o. Berliner Sport._____________

Totalisatorkassen umher und späht nach den Unschlüssigen, die ihr Goldstück dreimal umdrehen und doch nicht wissen, was sie wetten sollen. Dann kommt der Zylindermann freundlich schmunzelnd heran: „Na, mein lieber, das jewinnt kein anderer wie . . ." Und nach gewohntem Schema wird der Runde ein» gefangen. Vor zweierlei Tuch hat er eine heilige Scheu, nur die ganz jungen Leutnants sucht er zu ködern. „Wollen fjerr Hauxtmann nicht ein pfund riskieren? Gar nicht zu verlierenl" —

Das sind die Tipmacher, die nach Pfennigen gehen. Sie haben wohl noch ein halbes Dutzend weibliche Rivalen, die Tipjuten. 3ene feminine Sorte, die ehemals auf der Straße spazieren ging, nicht weit vorn Scheunenviertel. Dann zur Kuppelmutter auswuchs und auf die Rennplätze ging. Die einen machen Tips, die anderen „Buch" und alle sind sie fett und kugelrund. Das Handwerk blüht.

Auch im Tipgewerbe gibt es einen Großbetrieb. Sein weg ist die Annonce. 3n Berliner Sportblättern werden die spaltenlangen Reklamen der Sippe aller Welt kundgetan. Da heißt es unverfänglich:

Tips für Hoppegarten und Karlshorft, habe täglich zwei Sicherheiten, per Telegramm. Keine Vorausbezahlung, postlagernd N. N.

Es ist klar, wie der Hase läuft. Aber unsere heimischen Tipfter sind Waisenknaben gegen ihre ausländische Kollegenschaft, die Berlin und die deutsche provinz mit Reklamen von paris und London aus überschüttet.


    
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