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Tipster

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Er weiß es aus erster (Quelle und will nichts Bares haben. Nur ein Fünfmarkstück soll der andere für ihn mitwetten.

Dem lacht das Herz und er geht an die Wettmaschine und wagt ein pfund Gold. . . . Es ist nicht schwer, ein Dutzend Tixgieriger zu finden. Der Tipster sucht sie sich immer zusammen. Und jeder bekommt einen anderen Namen zu hören und jeder denkt: „was hätte der Kerl davon, mich hineinzulegen? Nur für ihn mitwetten, weniger kann er nicht verlangenl" Zwölf pferde — zwölf Tips. Das Rechenexempel ist das einfachste von der Welt. (Einer muß gewinnen, ©b hoch — ob niedrig, und der Tipster streicht seinen Anteil ein. Der Gewinner läßt sich nie lumpen, zahlt gern die Steuer für feinen menschenfreundlichen Ratgeber und schwört Stein und Bein auf ihn, bis er eines schönen Tages auch zu den elf anderen gehört, die nichts getroffen haben.

Für diese anderen Unglücklichen hat der Tipster, wenn er nach dem verlorenen Rennen bestürmt wird, immer eine Entschuldigung übrig. Der Jockey konnte nicht „finnischen", 3E. hat Vj angerempelt oder Z. hat einen Knax bekommen. Oder der Boden war zu hart und so weiter. Für jeden ein Trost, bis wieder zum Rennen geläutet wird und die Litanei von vorn beginnt.

Es find nicht immer ehemalige Stalljungen oder über Bord gegangene Hockeys, die vorn Tipmachen leben. Zwei Figuren sind jedem Berliner Turfgänger im Gedächtnis.

Ein rot aufgedunsener, schmutziger Kellner. Er ist stets im Tran, steht immer am Bahnhof, wenn die Rennzüge hinein» dampfen und hat kleine weiße Tipzettelchen in der Hand, die er an den Alaun bringt. Sein zerrissenes, offenbar nie weiß gewesenes Vorhemd trägt in der Hatte das Bild eines Hockeys samt Reiter. Das soll an Stallgeheimnisse gemahnen. Eine andere Figur, die nur auf dem Rennplatz und von ihm lebt, ist ein mittelgroßer robuster Mann, im Nacken einen knitterigen Zylinder. Er ist überall und nirgends, scharwenzelt vor den
        
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