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Vollblut

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

XU	Großstadt-Dokumente	Bd.	\o.	Berliner	Sport.

'an. 3n Reih und Glied stehen die Ticketbesitzer an den Fünf-, Zehn-, Zwanzig- und Fünfzig Mark-Rassen. Die Nummer wird gebucht und auf das bunte Rärtchen wird ausgezahlt, wer es nicht eilig hat, wartet bis zum nächsten Tage und läßt sich im Unionklub den Gewinn herausgeben.

Die Buchmacher haben schon lange vorher nach festen Gdds ihren Runden das Geld in die fjand gesteckt.

An den Büffets ist es lebendig. Die Menge restauriert sich. Lin halbes Dutzend Hockeys läßt sich mit Sekt traktieren. Die Geber wissen, warum. Die Nummern zum zweiten Rennen werden aufgezogen. Die Glocke läutet. Das Spiel geht von vorne an. Pferde bekritteln — wetten und Rennen sehen.

Feierlicher werden die Mienen erst, wenn das Feld zum klassischen, hoch dotierten Rennen paradiert. Die Meinungen der Sxortweisen platzen heftiger aufeinander, pedigree und letzte Form werden dreimal untersucht und die Rivalen miteinander verglichen. Der Zokey ist aufgeregter denn sonst, aber stolzer lehnt sich der Arm in die stufte.

Das berlinische Gemüt liebt die Rennen mit den großen preisen. Dreitausend Mark Gewinn. Für zehn- und zwanzig-tausend Mark einmal die Bahn herum oder die Gerade entlang.

wer doch auch Rennpferd wäre. . . . Der Sieger eines klassischen Rennens wird — ist er nicht letzter Außenseiter — immer im Triumph empfangen, wenn er durchs Ziel galoppiert. Ls ist die Achtung vor dem Rönnen und vor der Lroberung einer begehrten Trophäe, die für Sekunden den Gedanken an die Wette zurückdämmt und nur das siegreiche Vollblut und den

Reiter im Sattel lieben läßt.

Das letzte Rennen ist gelaufen. Die es eilig haben und die griesgrämigen Verlierer haben schon früher das Feld geräumt, aber die Hauptmasse weicht erst, wenn der letzte Sieger den Richterxsosten passiert hat, im Sturmschritt zur Bahn und kämpft wieder um die Plätze.
        
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