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Vollblut

Full text: Berliner Sport / Arndt, Arno

Vollblut.

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das Gras wachsen hören. Einen heiligen Nimbus strömen sie aus, aber nur für den, der die Art nicht kennt und noch andächtig lauscht, wenn die Riesenzahlen von Nenngewinnen ihm in die Ghren schwirren.

„Mensch, ick fach dir, lej alles drusf, was de hast. Det is für den IZaul weiter nischt wie'n Spazierjang. gelaufene Sache." Und der fette Budiker streicht dem kleinen Zigarren-fritzen geheimnisvoll eine Pferdenummer im Rennprogramm an. Der Neuling beugt sich herzpupxernd hinüber, den Namen zu lesen, aber traurig senkt er den Kopf. Schnell klappt der Budiker das Programm zu und erzählt weiter, lauter Weltgeschichten, daß den Nachbarn das Master im Munde zusammenläuft. Buchmacher, „Mdds", Pferde, Hockey, Trainer — ein ganzer Rennroman.

Dor dem langen nüchternen Stationshaus hält endlich der Aug. 3m Geschwindtemxo entleert er sich. Das Sennfieber ist da, jeder sucht so schnell er kann die Rennbahn auf. Morsche Gutskutschen halten hinter dem Stationshaus. Die ganz Eiligen und die Großtuer schlüpfen hier hinein und lassen sich von den galoppierenden Kleppern an die Rennbahn fahren.

Die anderen gehen zu Fuß ein paar Hundert Schritt, vorbei an Blinden und kreischenden Ceiermärmern. Wer es noch nicht hat, kauft für zwei Nickel ein Programm. Die Händler, männliche und weibliche, brüllen aus: „projrantm mit de Nach» nennungen — Offizielles projraniml"

Der Rennplatz ist ein zartes, ländliches 3
    
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