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Nachlese Osten und Westen

Full text: Berliner Tanzlokale / Ostwald, Hans

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Osten und Westen.

In den westlichen Lokalen wird nicht mehr mit dem alten Berliner Schneid getanzt, der z. B. in Rummelsburg, Stralau, Lichtenberg, Rixdors und überhaupt im Osten und Norden noch heimisch ist. Im Westen wird nicht mehr so viel changiert. Auch selten so schön „Rheinländer ohne Loslassen" getanzt, bei dem das Paar in einen tollen, trichterförmigen Wirbel kommt, wie Erdmann Gräser in der „Morgenpost" sagt. Beide Tänzer klammern sich fest aneinander und dürfen nicht loslassen, sonst fliegen er und sie in entgegengesetzter Richtung auseinander und fallen hin — was übrigens zwar mit einem Hallo ausgenommen, aber auch ebenso schnell vergessen wird.

Und wie prachtvoll verstehen manche Tänzer des Ostens die Knie durchzudrücken und ihre Tänzerinnen hin und her zu schwenken — nicht rundum! Das ist den Nichtkönnern überlassen.

Richtige Tänzer müssen ihre bewundernden und stolz strahlenden Damen so führen können, wie's im Rix-dorfer heißt:

Kreuz und quer,

Hin und her,

3a, das gefällt uns sehr, ja sehr!

Rechts herum,

Links herum,

Mitten mang das Publikum!

Trittste mir,

So tret ick dir;

3a, bet gehört ja zum Pläsier!

3m Westen ist man gebildeter.

Gewiß, Sonntags ist auch dies alles in Südende, Halensee und bei Schramms, den klassischen BUdungs-
        
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