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Berliner Tanzlieder

Full text: Berliner Tanzlokale / Ostwald, Hans

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Ta-ra-ta-bum-tara!

Das allerneuste Lied, was überall jetzt zieht,

Man hört es sing'n und schrein, auch pfeift es Groß und Klein. Die Braut im Myrtenkranz, das Schneiderlein beim Tanz,

Der Bäcker, Schlächter, Schmied, kurz jeder brummt es mit: Ta-ra-ta-bum-ta-ra.

Der Fritze ist Kommis, er freut sich wie noch nie,

Da heute Ultimo, eilt er zur Kasse froh!

Wie er das schwere Geld, nun aufgezählt erhält,

3a! Fünfzig Mark! Famos, da geht er mächtig los! Ta-ra-ta-bum-ta-ra.

Herr Schulze, der beweibt, hat neulich sich bekneipt,

Kaum tritt ins Haus er rein, hört man sein Weib schon schrein: Du bist ja wieder fett, — schnell kraucht Schulz' unters Bett Und ruft ganz wütend aus: Wer ist hier Herr im Haus?

:,: Ta-ra-ta-bum-ta-ra. :,:

Die alte Sentimentalität war aber trotz dieser hier zum Ausdruck kommenden robusten Lebensanschauung noch nicht ausgestorben. %a, sie dürste überhaupt nicht vom Tanzsaal verschwinden. Recht eindringlich äußerte sie sich in dem sehr beliebt gewordenen:

Ach, könnt' ich noch einmal so lieben!

An Hecken von wilden Rosen,

Am rieselnden Bach entlang,

Mit Scherzen und süßem Kosen,

Auf efeuumranktem Hang,

So gingen wir traumverloren Zum lindenbeschatteten Ort;

Ich flüstert ihr leis in die Ohren Manch inniges Schmeichelwort.

:,: Ach, könnt' ich noch einmal so lieben,

Wie damals im Monat Mai,

Die Sehnsucht allein ist geblieben,

Die herrliche Zeit ist vorbei.

Ach, könnt' ich noch einmal so lieben,

Wie damals im Monat Mai. :,:
        
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