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Emberg

Full text: Berliner Tanzlokale / Ostwald, Hans

Emberg.

Mit gekrümmtem Rücken schleicht es an der schwarzen Kasernenmauer entlang — langsam schiebt sich die Alte vorwärts, die Schürze über den Blumenkorb gedeckt. Sie duckt den Kopf tief in das dicke Jackett und sucht bei jedem Schritt eine Stelle, wo ihr Fuß, der in brüchigen Schuhen steckt, nicht zu sehr in die kalte, durchdringende Nässe des geschmolzenen Schnees tritt. Hier an der Mauer ist sie ja auch vor den Schneeschauern geschützt, die der Wind die Straße entlang jagt. Die Droschkenreihe drüben ist schon ganz weiß beworsen.

Da steht der Baum mit seinen kahlen Asten, dunkel wie eine Riesenrute, die von unsichtbarer Hand aus der Erde gereckt wird, um denen zu drohen, die über den kleinen, holprigen Platz nach dem Eingang des Tanzsaales schreiten. Die weißen elektrischen Monde werfen den unheimlichen Schatten auf die einförmige Kaserne, die einen so sonderbaren Hintergrund im Schneegestöber für die Gruppe bildet, die über den Platz tänzelt — enge Iaketts, Pelzstola drüber, trippelnde Füßchen in Lackschuhen, die hastig in die Droschke klettern — „Kutscher!" — „Nein, nein, mein Gatte muß neben mir sitzen!" — Zierliches, ausgelassenes Lachen — ein seiner Arm in chiker, lebenslustiger Farbe reckt sich heraus nach dem Veilchen-
        
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