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Berlins drittes Geschlecht

Full text: Berlins drittes Geschlecht / Hirschfeld, Magnus

46	Großstadt-Dokumente	Bd.	3.

Eine Gruppe für sich bilden die „Soldatentanten", welche vielfach ihre Spitznamen nach denjenigen Truppenteilen bekommen, für die sie sich besonders interessieren; so gibt es eine „Ulanenjuste", eine „Dragonerbraut", eilte „Kürassieranna", eine „Kanoniersche", ja sogar eine „Schießschulsche", der seinen Namen davon führt, weil er mit Vorliebe die Wirtschaften in der Umgegend der Schießschule aufsucht.

Von anderen Berliner Spitznamen, die weniger leicht zu rubrizieren sind, erwähne ich noch: „Minehaha, das lächelnde Wasser", „Nebekka, die Mutter der Kompagnie", „Anita mit dem Giftzahn", „Cleo die Marode", „Traudcheu Hundgeburt", „Die heilige Beryllis", „Die Genossin meiner Schmach", „die freie Schweizerin", die „gute Partie", „die hohe Frau", „die Rollmopstante", „Susanne in der Wanne", „die weiße Wand" (pudert sich stark), „Notundelein", „Locusblume", (Namen zweier Urninge, denen man nachsagt, daß sie öfter, als notwendig, die Bedürfnisanstalten aufsuchen), „das Waldmensch", „die Mutter Wolffen", „Violetta", „Aurora", „Melitta", „Nosaura", „Kassaudra", „Goulasch", „die Ahnfrau", „die Grabesbraut", „der Abendstern" und „die Morgen-stunde", weil er Gold im Munde, nämlich mit Goldplomben versehene Zähne hat.

Auch die Uranierinnen führen in ihren Kreisen, besonders auch in ihren Lokalen, deren es ebenfalls eine Reihe gibt, analoge Namen. Nur findet man bei ihnen im Gegensatz zu den Männern meist einfache Vornamen, selten Beinamen, die sich auf irgend eine besondere Eigenschaft ihrer Trägerin beziehen; bevorzugt werden einsilbige Namen, wie Fritz, Heinz. Max. Franz, namentlich Hans; doch findet man auch solche, die Arthur, Edmund, Theo, Oskar, Noderich, Rudolf genannt werden.

Merkwürdig viele Namen von Uranierinnen sind
        
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