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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Grotzstadt-Dokumente Bd. 48.

Häufigkeit und der Art der Verbrechen und Vergehen bei beiden Geschlechtern psychologisch zu erklären. Zu diesem Zwecke wird es erforderlich sein, daß wir uns mit den psychischen Unterschieden zwischen Mann und Weib beschäftigen.

Die hervorstechendste Eigenschaft des weiblichen Charakters ist die Emotivität. Das Weib reagiert auf physische und besonders psychische Reize im allgemeinen viel leichter, schneller und lebhafter als der Mann. An und für sich ganz unbedeutende Eindrücke pflegen sofort gewisse Veränderungen im Gefäßnervensystem bei ihm auszulösen, vor allem intensives Erröten sowie eine Steigerung der Herztätigkeit. Ebenso leicht erblaßt das Weib aber auch. Es ist leichter aus seinem seelischen Gleichgewicht zu bringen. Daher gerät es schon aus geringfügigen Anlässen in Zorn, es läßt sich leicht erschrecken, schreit schon bei unerwarteten Ereignissen laut aus, es ist schnell zum Weinen und bald auch wieder zum Lachen geneigt. Man hat diese leichte Reaktion des Weibes auf äußere Reize als Irritabilität, Suggestibilität, Plastizität oder Affektibilität bezeichnet: ich ziehe für sie den Ausdruck Emotivität vor. Sie beruht auf einer leichteren Erregbarkeit des sensiblen und sympathischen Nervensystems und erfährt, wie wir oben sahen, zur Zeit der Menstruation eine Steigerung. Aus dieser leichten Reizbarkeit ergeben sich nun weitere unangenehme Eigenschaften, die besonders deutlich an dem geisteskranken und verbrecherischen Weibe zutage treten, d. h. wenn Umnachtung des Geistes oder schlechte Erziehung die Vernunft erstickt, die Fesseln, welche Ethik und Gesellschaft auferlegen, gesprengt haben. Dann offenbart sich der wahre Charakter des Weibes. Seine abnorme Reizbarkeit, die keinen Widersprich kennt, führt leicht zu Streit, und in diesem wird das Weib gewalttätig. Ohne
        
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