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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48. 
verlaufen. Auf den Übergang der ersten Hälfte in die 
zweite fällt die menstruelle Blutung." Diese Tatsache gibt 
den Schlüssel für zahlreiche Eigentümlichkeiten der weib¬ 
lichen Psyche ab und dient vor allem zur Erklärung der 
gesteigerten weiblichen Kriminalität zur kritischen Zeit der 
Regeln. 
Alle Funktionen im weiblichen Körper spielen sich 
also in wellenförmiger Bewegung ab, deren Energie vor 
Einsetzen der Menstruation ihren Höhepunkt erreicht. Die 
Herztätigkeit erfährt eine verstärkte Aktion, die Puls¬ 
frequenz nimmt zu, das Gefäßsystem tritt in einen Zu¬ 
stand erhöhter Füllung und Spannung, die Körpertem¬ 
peratur steigert sich um einige Zentigrade. Schon bald 
nach dem Aufhören der Blutung setzen diese Erscheinungen 
mit ihrem Minimum ein, nehmen fortlaufend langsam 
an Intensität zu und erreichen wenige Tage vor dem 
Wiedereintritt der Blutung oder auch erst mit dem Er¬ 
scheinen derselben ihr Maximum. Sobald dieser Höhe¬ 
punkt der Lebensenergie erstiegen ist, stellt sich die Men¬ 
struation ein; von diesem Zeitpunkt an macht sich wieder 
ein rasches Nachlassen der Erscheinungen bemerkbar, bis 
in den ersten Tagen nach dem Aufhören der Blutung 
der niedrigste Punkt erreicht ist. Zu den geschilderten 
körperlichen Vorboten gesellen sich noch andere Erschei¬ 
nungen hinzu, die sich zwar bei völlig gesunden Frauen 
selten bemerkbar machen, indessen sich doch wenigstens an¬ 
gedeutet finden, wie größere Muskelunruhe, häufigere und 
reichlichere Urinabsonderung, Einschränkung des Gesichts¬ 
feldes, leichte Ermüdbarkeit, unangenehme Ausdünstung 
der Haut, Kongestionen zum Kopf, Neigung zum Gähnen, 
Steigerung des Schlafbedürfnisses, Störungen des All¬ 
gemeinbefindens u. a. m. Alle diese Symptome können 
sich während der Regel noch verschlimmern. 
In gleicher Weise wird aber auch das psychische Be-
        
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