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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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nicht fehlzugehen, wenn er die Zahl der heimlich Prostituierten ebensohoch veranschlagt wie die der öffentlich eingeschriebenen, und berechnet dementsprechend für die ganze österreichische Monarchie die Häufigkeit der Prostitution überhaupt aus 6 Prostituierte zu 1000 Frauen. Allerdings scheint dieser Durchschnitt nicht für alle Orte Gültigkeit zu besitzen, denn z. V. für Prag und Krakau schützt die Polizei die heimliche Prostitution aus mehr als das Doppelte, in Lemberg sogar auf das Vierfache der eingeschriebenen. Natürlich kann die vorstehend mitgeteilte Zahl keinen Anspruch aus absolute Genauigkeit erheben, da die Schätzung der geheimen Prostituierten nur eine approximative ist; allein sie wird immerhin genügen, um ein ungefähres Bild von der Prostitution in Österreich zu geben.

Äber das Verhältnis der Prostitution zum Verbrechen hat Baumgarten (Beziehungen der Prostitution, S. 10 ff.) Erhebungen angestellt. Im Verlause dreier Jahre (1896 bis 1898) wurden in Wien von 2400 Prostituierten, abgesehen von den bloßen Übertretungen der sog. Prostitutionsvorschristen bestraft wegen

öffentlicher Gewalttätigkeit........................2	Weiber

Verleitung zum Mißbrauch der Amtsgewalt	...	2

schwerer körperlicher Beschädigung..................5

Raufen......................................................

Wachbeleidigung........................................39

boshafter Sachbeschädigung..........................2

Verbrechen des Diebstahls...........................3	"

Veruntreuung........................................7

Betrug.......................................................

Übertretung des Diebftahls................................21

minderer Veruntreuungen und Betrügereien	...	5	„

Bei der Analyse der vorstehenden Tatbestände fällt der äußerst geringe Prozentsatz der Vergehen gegen die Sicherheit des Eigentums auf. Unter 2400 Weibern

Großstadt-Dokumente 58b. 48.	6
        
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