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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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Die Menstruation ober Regel ist bekanntlich das äußere Zeichen dafür, daß ein reifes Follikel im Eierstock geborsten ist und ein zur Befruchtung fertiges Ei ausge-stotzen wird. Sie geht, wie wir sogleich sehen werden, mit tief eingreifenden Veränderungen im weiblichen Organismus einher, die sich besonders beim erstmaligen Auftreten der Blutung auffällig stark bemerkbar machen. Infolge dieser Evolution des Körpers ist derselbe zu diesem Zeitpunkte mehr als sonst gefährdet; daher stellt sich auch die Mortalität des weiblichen Geschlechtes zur Zeit der Pubertät am höchsten. Nach Dr. Brandeth-Symonds, einem Arzte der amerikanischen Versicherungsgesellschaften, übertrifft in allen Lebensaltern die Sterblichkeit des Mannes die der Frau; eine alleinige Ausnahme hiervon macht die Pubertätsperiode, während deren 1,68 pro Mille Weiber gegenüber 1,18 pro Mille Männer sterben Marro).

Die Menstruation ist, wie neuere Untersuchungen ergeben haben, der Ausdruck einer bestimmten Phase in einer in Monatszyklen verlausenden Wellenbewegung des weiblichen Organismus, welche die physische und psychische Persönlichkeit des Weibes einem beständigen Wechsel unterwirst, gleichsam Wellenberg und Wellental in seinen Funktionen erzeugt, ganz im Gegensatze zum Manne, bei dem die Lebensäußerungen, um bei demselben Bilde zu bleiben, in einer glatten Ebene sich abspielen. „Die Intensität der Lebensprozesse beim Weibe," äußert sich Goodman, dem wir die erste Anregung dieser Frage verdanken, „unterliegt einer bestimmten Periodizität; das Leben verläuft in Stadien, deren Zeit-länge die Dauer einer Menstruationsepoche ausmacht. Jedes dieser Stadien zerfällt wieder in zwei Hälften, in denen die Lebensprozesse eine Steigerung und eine Verminderung der Intensität erfahren, wie ,Ebbe und Flut'
        
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