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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

Jugendliche

Erwachsene

Zusammen

0,01 Männer, 0,01 Weiber 0,51	„	0,75

0,42	„	0,62	„

Für das männliche Geschlecht liegt somit der Höhepunkt der Verurteilungen zwischen 20 und 40 Jahren. Es zeigt sich ferner aus der vorstehenden Statistik, daß die weibliche Kriminalität schon zwischen 25 bis 30 die männliche übertrifft und daraus bis ziemlich zum doppelten derselben ansteigt, um erst im hohen Alter auf die gleiche Höhe mit jener zu sinken.

Ich schließe hier an die Sittlichkeitsvergehen sogleich die Prostitution an, wenngleich sie, wie ich oben ausführte, mehr zur Landstreicherei oder dem Vagabundentum zu stellen ist. „Die Prostitution stellt sich als eine der gefährlichsten Formen der Arbeitsscheu dar, welche alle charakteristischen Merkmale des Deliktes trägt: Bedürfnisbefriedigung durch arbeitsloses Ausbeuten fremder wirtschaftlicher Verhältnisse bei vorhandener Arbeitsfähigkeit" (Herz, Die Kriminalität des Weibes, S. 296). Bei der Prostitution hat man zwei Momente als Motive für ihre Entstehung in Betracht zu ziehen, das eine ist die endogene Anlage, das andere das ungünstige Milieu. Die meisten Prostituierten besitzen moralisch verkommene Eltern (s. o.); sie sind daher mehr oder weniger psycho-pathisch belastet, d. h. von Geburt citt für die Entwicklung antisozialer Triebe prädisponiert. Dazu kommt, daß sie im Elternhause in schlechter Umgebung aufwachsen; sie sind Zeugen der Unmoralität ihrer Eltern. Der Sittlichkeit- und Keuschheitsbegriff kommt bei ihnen daher gar nicht zum Bewußtsein. Nach Baumgarten (Die Beziehungen der Prostitution, S. 5), dem als Polizeikommissar ein Einblick in das Dirnentum Wiens gestattet war, setzen sich von 1721 Prostituierten vor Ausnahme dieses ihres Gewerbes 58 % aus Dienst-
        
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