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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.	75

der weiblichen Verurteilungen aus; allerdings bleibt trotzdem das Verhältnis zur männlichen Kriminalität immer noch niedrig, nämlich ein Sechzigste!. Diese Erscheinung ist sicherlich mit der weiblichen Pubertät in Zusammenhang zu bringen. Beim männlichen Geschlecht stellt sich das Maximum erst einige Iahre später (18 bis 21) ein, weil die Pubertät hier erst später einsetzt als bei weiblichen. Bemerkenswert erscheint ferner, daß im späteren Mannesalter noch einmal ein Anstieg der Strassälligkeit stattfindet, was, wie wir oben ausführlich dargelegt haben, mit der Steigerung des Geschlechtstriebes im Zusammenhang steht. Diese Zunahme der Kriminalität wird sich aus leicht begreiflichen Gründen bei ledigen und noch mehr bei verwitweten und geschiedenen Männern stärker bemerkbar machen. Es wurden in Deutschland in dem schon oft erwähnten Zeitraume nach Högel (Einfluß des Familienstandes, S. 17) wegen Unzucht verurteilt:

	25 bis 30	31 bis 40	40 bis 50	50 bis 60	über 60
	Iahre	Iahre	Iahre	Iahre	Iahre
Ledige ....	2,0	3,1	4,0	2,9	2,0
Verheiratete . .	0,7	0,7	0,7	0,8	0,6
Verwitwete oder					
Geschiedene .	—	—	4,2	2,6	1,4

Merkwürdig ist, daß bei den Verheirateten der Zeitpunkt der erhöhten Straffälligkeit später einsetzt als bei den Ledigen und verheiratet Gewesenen. Es mag dies vielleicht daher kommen, daß der gegen das Greisenalter sich einstellende „Johannistrieb" zunächst in der Ehe noch seine Befriedigung findet, später aber wohl nicht mehr, wenn die physische Fähigkeit den Akt zu vollziehen verlorengegangen ist, weswegen anderweitig eine Befriedigung des gesteigerten sexuellen Empfindens versucht wird.
        
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