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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

wegen Mordes verurteilten Weiber enorm hoch, z. B. für Österreich in den Jahren 1880 bis 1893 (nach Högel, Straffälligkeit des Weibes, S. 260) auf 1616 Männer gegenüber 1968 Weibern. Es kommt dann für das weibliche Geschlecht ein absolutes Plus heraus. Schaltet man dagegen den Kindesmord von der Betrachtung aus, dann gestaltet sich das Verhältnis ganz anders. Es entfallen dann auf 1614 männliche Vergehen nur 522 von weiblicher Seite. Die Kriminalität des weiblichen Geschlechtes würde demnach nur ein Drittel (32,4 %) der männlichen betragen. Von diesem Gesichtspunkte geht die deutsche Statistik aus, die unter den Verbrechen gegen das Leben Mord, Totschlag und Kindesmord unterscheidet. Dieser zufolge (Högel, Straffälligkeit des Weibes, S. 264) wurden in den Jahren 1882 bis 1891 von 10000 Straf-mündigen beider Geschlechter verurteilt wegen:

Alter	Mord		Totschlag	
	Männer	Weiber	Männer	Weiber
12 bis 18 Jahre		0,02	0,01	0,01	0,03
18 „ 21 „ 		0,11	0,01	0,12	0,27
21 „ 25 		0,13	0,03	0,17	0,39
25 „ 30 „ 		0,12	0,03	0,15	0,20
30 „40 „	0,09	0,02	0,11	0,08
40 „ 50 „ 		0,05	0,01	0,07	0,02
50 „ 60 „ 		0,03	0,01	0,04	—
60 „ 70 „ 		0,01	0,01	0,02	—
70 Jahre und darüber ....	0,01	—	0,01	—
Jugendliche		0,02	0,01	0,01	0,03
Erwachsene		0,07	0,02	0,09	0,12
Zusammen		0,06	0,02	0,08	0,10

Am Mord sind die Männer dreimal so stark beteiligt als die Weiber, am Totschlag diese um ein Geringes mehr als jene. Der Höhepunkt fällt bei beiden Straftaten für beide Geschlechter zwischen 21 und 25 Jahren.
        
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