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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

sodann zurückgeht. Diese Erscheinung erklärt sich durch das ungestüme Wesen der Jugend, die noch der Einsicht und der Überlegung ermangelt und sich daher in ihrem Übermut oder Zorn blindlings fortreißen läßt, zumal wenn der übermäßige Alkoholgenuß zu Hilfe kommt. Erst mit der Zeit macht dieses rücksichtslose Vorgehen einer besseren Einsicht Platz. — Beim weiblichen Geschlecht fällt der Höhepunkt der Strafsälligkeit erst zwischen 30 und 40; wodurch diese merkwürdige Erscheinung bedingt wird, vermag ich nicht zu sagen.

Bei der Brandstiftung ist das weibliche Geschlecht besonders stark beteiligt. In Österreich wurden wegen dieses Vergehens in den Jahren 1880 bis 1893 (nach Högel, Strafsälligkeit des Weibes, S. 283) auf 100 Verurteilte 82,7 % Männer und 17,2% Weiber gezählt (für die Sachbeschädigung stellt sich das betreffende Verhältnis auf 96,3:3,6 %). Legt man das Verhältnis der Verurteilten zu 10000 Strafmündigen beiderlei Geschlechtes zugrunde, so würden in Deutschland nach Högel (1. c.) sich 0,28 Männer und 0,6 Weiber an diesem Vergehen beteiligen. Diese hohe Anteilnahme des weiblichen Geschlechtes kommt durch die starke Neigung der Jugendlichen für Brandstiftung zustande, denn die Verurteilungen der Jugendlichen (bis zu 21 Jahren) setzen sich zu 74,3 % aus männlichen und zu 25,6 % aus weiblichen zusammen. Nach der deutschen Statistik für die Jahre 1881 bis 1892 fällt der Prozentsatz der jugendlichen Brandstifter weiblichen Geschlechtes noch höher aus, er betrug nämlich für den angegebenen Zeitraum 30,2 % (68,8%). Für Erwachsene berechne ich das Verhältnis zu 82 %: 18%. Es wurden nach Högel (Strafsälligkeit des Weibes, S. 283) in Deutschland im Durchschnitt in den fahren 1881 bis 1892 auf 10000 Strafmündige jedes Geschlechtes wegen Brandstiftung verurteilt:
        
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