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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.	55

Sonnt nehmen bei beiden Geschlechtern die Iugend-lichen einen ziemlich hohen Anteil, das weibliche in etwas geringerer Höhe, an den Verurteilungen wegen Diebstahls (69,3 und 65,3). Während aber von Ausgang des zweiten Dezenniums an beim männlichen Geschlecht der Prozentsatz stetig abnimmt, steigt er umgekehrt beim weiblichen ziemlich an (bis zu 87,0 zwischen 16 bis 20 Jahren) und hält sich ziemlich aus der gleichen Höhe (82,1) noch bis in die erste Hälfte des dritten Jahrzehnts hinein. Von da an beginnt auch beim Weibe die Straffälligkeit zu fallen, aber langsamer als beim Manne. Bei beiden Geschlechtern erreicht die Kriminalität ihren niedrigsten Stand erst über 60 Jahren, es bleibt aber die Beteiligung des Weibes auch dann noch am Diebstahl eine höhere als die des Mannes. Diese Neigung zu stehlen hängt, wie gesagt, mit der Wellenbewegung des weiblichen Geschlechtes zusammen; als begünstigendes Moment mag noch die große Eitelkeit und die Putzsucht hinzukommen, die das unvermögende Weib dazu treiben, die hierfür erforderlichen Dinge durch Wegnahme sich zu verschaffen. Dasz Jugendliche ein so hohes Kontingent stellen, kommt einmal von der großen Naschhaftigkeit der Kleinen her, zum andern von der ihnen mangelnden Einsicht. Beim weiblichen Geschlecht fällt dann noch der Umstand ins Gewicht, dasz das erste Auftreten der Regeln für die Begehung antisozialer Akte prädisponiert.

Was den Familienstand anbetrifft, so fällt beim Diebstahl die starke Beteiligung der Ledigen auf. Es fielen im Durchschnitt in Österreich nach Högel (Einfluß des Familienstandes, S. 19) auf 10 000 Gruppenangehörige wegen Diebstahls Verurteilte:
        
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