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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

Gruppe der Vermögensverbrechen das Weib hinter dem Manne zurück. Nur da, wo es auf List und Lüge ankommt, stellen die Frauen sozusagen ihren Mann, also bei der Hehlerei und dem Betrüge sowie bei der Kuppelei aus der einen Seite (List) und bei Meineid und Verleumdung auf der andern (Lügenhaftigkeit). Im ganzen trägt das weibliche Verbrechen, abgesehen von Delikten gegen das Kindesleben, mehr den Charakter der Feigheit und der Unaufrichtigkeit, als der Brutalität (Herz, 1. c.).

Über den Einfluß des Berufes auf die Kriminalität der beiden Geschlechter können wir uns kurz fassen, da hierüber nur spärliche Beobachtungen vorliegen. Daß die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit die Straffällig-keit steigert, insofern eine solche die betreffende Person mit dem öffentlichen Leben in Berührung bringt, erwähnte ich bereits oben. Ergänzend möge hier noch eine Untersuchung von Herz (Kriminalität, S. 294) angeführt werden, die uns zeigt, daß in denjenigen Betrieben, die der althergebrachten häuslichen Tätigkeit des Weibes mehr entsprechen, wie Textil- und Bekleidungsindustrie, Wirtsgewerbe, häusliche Dienste, seine Straffälligkeit eine geringere ist als in solchen Berufszweigen, wo es sich um eine Be-tätigung handelt, die seiner Natur nicht entsprechen, wie Landwirtschaft. Im Jahre 1899 z. V. waren von

	10000 in dem Be-	10000 in dem Be-
	rufe beschäftigten	rufe beschäftigten
	Männern Verur-	Weibern
	teilte überhaupt	Verurteilte
Selbständige der Landwirtschaft	20,0	18,3
Landwirtschaftliche Arbeiter (ohne		
Tagelöhner)		18,0	12,6
Selbständige der Industrie . .	17,9	9,7
Industrielle Arbeiter ....	54,0	7,2
Dienstboten		172,2	24,7
Tagelöhner		125,2	20,6
        
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