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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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weitem nicht die des Mannes, indessen ist sie in einiger: Tatbeständen immerhin noch relativ hoch, so beim Mord (30,3o/o), Betrug (20,8), Diebstahl (19,6), der Verleumdung (19) und Brandlegung (14,7). — Bei den Männern wieder sind es Erpressung (97,4%), Totschlag (97,3), boshafte Beschädigung fremden Eigentums (96,8), Ilnzuchtsdelikte (96,7), schwere Körperverletzung (95,8), Raub (95,1), Religionsstörung (94,8), Veruntreuung (93,1) und Majestätsbeleidigung (91,6), die im Vergleich zu dem Verhalten des weiblichen Geschlechtes eine entsprechend viel stärkere Anteilnahme an Verurteilungen erfordern. Högel (Stras-sälligkeit, S. 254) hat an der Hand der Statistik des Deutsches Reiches für das Dezennium 1886/1895 berechnet, wievielmal für die einzelnen Delikte beim männlichen Geschlecht sich die Strasfälligkeit höher stellt. Für Nötigung und Bedrohung findet er eine 32 mal, für Sachbeschädigung eine 20 mal, für Widerstand gegen die Staatsgewalt eine 15mal, für schwere Körperverletzung eine 14 mal, für Raub und räuberische Erpressung eine lOmal, für einfache Körperverletzung eine 9mal, für schweren Diebstahl, Hausfriedensbruch und Totschlag je eine 7 mal, für Fälschung eine 6 mal, für Mord eine 5 mal, für Unterschlagung und Betrug sowie Brandstiftung je eine 4 mal, für Eidespflichtverletzung und Beleidigung je eure 3mal, für einfachen Diebstahl eine 21/2mal und für Hehlerei eine 172 mal so starke Beteiligung des männlichen als des weiblichen Geschlechtes.

Ganz allgemein gesagt, stellt das männliche Geschlecht ein stärkeres Kontingent an denjenigen Verbrechen, wo es mehr auf grobe Kraft, körperliche Gewandtheit und persönlichen Mut, also auf Betätigung der physischen Fähigkeiten ankommt. Daher stehen in der männlichen Kriminalität obenan: Körperverletzungen und Sachbeschädigung. Aus dem gleichen Grunde bleibt auch in der
        
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