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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

48

Großstadt-Dokumente Bd. 48.

tätszisfer der Geschiedenen bzw. Verwitweten. Bemerkenswert ist endlich noch, daß bei den Ledigen über 60 Jahre die Strafsälligkeit gegenüber den beiden anderen Gruppen im gleichen Lebensalter zurücktritt. Woraus diese Erscheinung beruht, vermag ich nicht zu erklären. — Beim weiblichen Geschlecht spielt sich der Verlaus der Kriminalität in ähnlicher Weise ab. Auch hier tritt der Einfluß der Ehe deutlich an den obigen Ziffern zutage. Erschreckend groß ist der Prozentsatz, welchen die verwitweten und geschiedenen Frauen zu den Verurteilungen stellen. Zwischen 21 und 25 Jahren, d. h. in dem ersten Iahr-fünst, wo die verwitweten und geschiedenen Frauen mitzählen, beteiligen sich diese um mehr als 1/a häufiger an den Delikten als die ledigen und verwitweten zusammengenommen, beim männlichen Geschlecht hingegen erreicht in dem entsprechenden Zeitraum (25 bis 30) die Kriminalität der Verwitweten und Geschiedenen noch nicht die Kriminalität der beiden anderen Gruppen insgesamt. Der Grund hierfür ist offenbar darin zu suchen, daß die Frau während der Ehe keinem Beruf nachzugehen braucht, da der Ehegatte für sie sorgt, hingegen nach Verlust des Ernährers oder nach der Trennung von ihm gezwungen wird, sich ctnf eigene Füße zu stellen, was für sie um so schwieriger wird, als sie keinen Beruf gelernt hat oder sich erst in einen solchen hineinarbeiten muß, während für den Mann, der von Jugend auf für einen solchen vorbereitet ist und ihn auch während der Ehe weiter ausübt, der Verlust der Ehegattin keine ins Gewicht fallende Veränderung in seinen wirtschaftlichen Verhältnissen mit sich bringt, int Gegenteil diese eher günstiger gestaltet, insofern er nunmehr nur für sich zu sorgen braucht. Deutlich zeigt sich dieses an dem Beispiele des Diebstahls (S. 66 ff.).

In welcher Weise sich der Familienstand auf die einzelnen Tatbestände äußert, soll bei der Besprechung dieser
        
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