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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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zennium stellt sich, wie ich schon mehrfach erwähnte, die Kriminalitätsziffer beim weiblichen Geschlecht immer noch relativ günstig im Gegensatz zu der des männlichen, die schon mit 21 bis 30 Jahren ihren höchsten Stand erreicht. Das dürfte daher kommen, daß die Mehrzahl der Frauen in dem angegebenen Zeitraum das Ziel ihrer Lebensbestimmung, die Ehe, erreicht, also Versorgung findet und durch die Familie mehr ans Haus gefesselt wird, während für den Mann gerade die zwanziger Jahre den kritischen Zeitabschnitt des Ringens um Besitz und Erwerb bedeuten. Erst wenn die Zahl der Kinder sich mehrt und die ältesten heranwachsen, daher mehr kosten verursachen, dann tritt auch für das Weib der Zeitpunkt ein, wo es mit den Sorgen zu kämpfen hat und leichter auf Abwege gerät, d. i. zwischen 30 und 40 Jahren. Nach diesem Zeitpunkt finden die Kinder schon eine eigene Existenz, und die Mutter wird dadurch der Sorgen wiederum mehr entlastet. Sofort beginnt die Kriminalität auch zu sinken.

Der Einfluß der Ehe aus die Kriminalität ist ein ungemein günstiger, denn die Zahl der Verurteilten ist uuter den Ledigen in allen Lebensaltern eine größere als unter den Verheirateten, v. Ottingen (Die Moral-statistik in ihrer Bedeutung für die Sozialethik, Erlangen 1882, S. 524) erblickt darin „einen Beweis für die sit-tigende Macht des Familienlebens, obwohl die Berufs-uud Nahrungssorgen sogar in diesem Falle größer zu sein pflegen. Aber es übt dieselbe in der Sphäre des geordneten häuslichen Berufslebens einen heilsamen Einfluß aus; sie bewahrt vor Ausschreitungen".

Den geringsten Prozentsatz an Verbrechen stellen die verheirateten Frauen. Nach Herz (Kriminalität, S. 290) entfielen von 100 Verurteilten in Österreich in den Jahren:
        
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