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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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und daß aus der andern Seite diese Untugenden Mm Manne gerade in dem jüngeren Mannesalter zur vollen Entfaltung kommen.

Was die Verteilung der Kriminalität bei beiden Geschlechtern aus die einzelnen Jahrzehnte anbetrifft, so unterrichtet uns darüber die folgende Zusammenstellung. Es kamen in den Jahren 1886 bis 1895 im Durchschnitt aus 10000 strasmündige Personen desselben Geschlechts und Alters in Deutschland:

	12	18	21	26	30	40	60	60	70	
	bis	bis	bis	bis	bis	bis	bis	bis	Iahre	über
Verurteilte	unter	unter	unter	unter	unter	unter	unter	unter	und	
	18	21	25	80	40	50	60	70	dar-	tjaiip
	Iahre	Iahre	Jahre	Iahre	Jahre	Iahre	Jahre	Iahre	über	
Männliche	1032	3291	3327	2928	2259	1651	1068	571	227	1847
Weibliche.	229	434	443	482	522	489	314	153	58	380

Die höchste Strasfälligkeit fällt also beim männlichen Geschlecht in das Alter von 21 bis 25, beim weiblichen tritt sie erst zwischen 30 und 40 ein. Über die vermutliche Ursache, warum in dem Zeitpunkt der maximalen Kriminalität zwischen beiden Geschlechtern Unterschiede bestehen, ließ ich mich schon oben aus.

Quetelet hatte behauptet, daß das weibliche Geschlecht etwas später in den Bannkreis des Verbrechens trete und denselben auch früher verlasse. Indessen hat sich diese Annahme nach Herz' Untersuchungen (Kriminalität, S. 288) als irrtümlich herausgestellt. Es befanden sich in Österreich im Jahre 1899 unter 100 wegen Verbrechens Verurteilten im Alter:

von	14 bis 16	Jahren	. . .	2,0%

„	16	„20	„	...	17,6%

„	20	„25	„	...	22,5%

„	25	„30	„	...	16,8%

Männer und 2,7% Frauen 17,9%	„

„ 18,5%

„ 13,70/o	„
        
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