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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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Veranlassung angegeben Verführung durch den Geliebten 1653 mal, Verführung durch den Brotherrn 927 mal, Verlassen des Gatten, der Eltern oder anderer Familienmit-glieder 794mal, Vorliebe für Luxus 698mt, Aufreizung von feiten des Geliebten oder einer anderen der Familie fernstehenden Person 666mal, Aufreizung oder Verderbt-heit von fetten der Eltern, des Gatten oder anderer Familienangehörigen 400mal und Unterstützung der Kinder, der Eltern oder anderer Kranken bzw. armer Personen der Familie 393 mal.

Die vorstehende Statistik lehrt auch, dasz ebensowenig die Behauptung zutreffend ist, daß die Prostitution einer wirtschaftlichen Not entspringt. Dem: es gibt genug Prostituierte, die reichlich Gelegenheit finden zu redlichem Gewerbe, und dieses ohne sonderliche Anstrengungen. Ja selbst aus wohlhabenden Familien fallen nicht feiten Mädchen der Prostitution zum Opfer. Auf der andern Seite auch wieder schützt die Prostitution keineswegs immer vor materieller Not. Der Lebensunterhalt wird oft geuug von Dirnen unter mancherlei (Entbehrungen verdient.

Ziehen wir also dazu das Fazit aus unseren Betrachtungen, so kommen wir zu dem Ergebnis, daß eine einzige Ursache für die Entstehung der Prostitution nicht verantwortlich zu machen ist, wenngleich wir nicht abstreiten Können, dasz dieselbe auf eine innere Anlage zurückgeführt werden mutz; die eingeführten Momente geben nur die Getegenheitsurfache ab. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß wir deswegen in der Prostitution ein Äquivalent für das Verbrechertum zu erblicken haben. Eher ist dieselbe zu dem Bettler- und Landstreichertum in Parallele zu setzen, wie dies u. a. Herz und Aschaffenburg tun. Der erstere stellt die Prostitution als eine der gefährlichsten Formen der Arbeitsscheu hin, welche
        
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