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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

ist ferner dieser Statistik zu entnehmen, daß bei dem vierten Teile der Mädchen es wegen Nachlässigkeit und Faulheit, bei einem weiteren Viertel wegen Mangel an

Reinlichkeit zu Strafen kam. Es	wurden	nämlich
bestraft:		
	Knaben	Mädchen
	o/o	o/o
wegen Streit und Gewalttätigkeit . . .	53,9	17,4
Mäßigkeit, Nachlässigkeit ....	1,8	21,3
Mangel an Reinlichkeit		10,7	24,7
beleidigender Worte		0,41	14,6
unanständiger Handlungen und		
Redensarten		1,00	0,4
verschiedener Vergehungen gegen die		
Disziplin		19,00	19,9
Diebstahl oder Versuch zu stehlen .	9,6	—
Versuche zum Entweichen oder An-		
stiftung dazu		1,7	—
Entweichen		0,72	—
Weigerung zu Arbeiten		0,82	1,26

Die Knaben wurden also in erster Linie wegen aktiver Vergehen, wie Streit, Gewalttätigkeiten, Diebstahl, Versuch zu stehlen u. ä. m., die Mädchen hingegen mehr wegen passiver oder negativer Vergehen (Unterlassungssünden), wie Faulheit, Nachlässigkeit und Unreinlich Keit bestraft. Nur in einer einzigen aktiven Handlung übertrafen die Mädchen die Knaben, das ist in dem Gebrauch beleidigender Worte.

Schließlich sei noch erwähnt, daß auch die Brandstiftung für die Jugendlichen ins Gewicht fällt (f. die Tabelle S. 65). Die hohe Ziffer bei dieser Altersklasse mag wohl weniger von der Rachsucht der Dienstboten aus dem Lande herrühren, wie Aschassenburg behauptet, als vielmehr von der Freude der jungen Leute an der
        
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