Path:
Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

21

zu beeinträchtigen und es in eine veränderte Verfassung zu versetzen pflegen, müssen von noch mehr einschneidender Wirkung aus Personen sein, die hereditär belastet sind, d. h. die den keim zu Nerven- und Geisteskrankheiten in sich tragen. Hier steigern sich diese psychischen Zustände oft genug in beängstigender Weise; zu vorübergehenden Bewußtseinstrübungen, Phobien und impulsiven Antrieben, z. V. zu stehlen, zu morden, Feuer anzulegen, sich selbst das Leben zu nehmen, und nicht selten zu wirklichen geistigen Störungen. Die eigentliche Schwangerschaftspsychose ist die Amentia mit depressiver: Anwandlungen. Nach Dagonet (Progres med. 1894, Nr. 14) äußert sich die Geistesstörung der Schwangeren in 52,9% in melancholischen Zuständen. Erstgebärende find mehr zu Geisteskrankheiten geneigt, als Frauen, die schon mehrere Geburten hinter sich haben. Die ersten Schwanger-schastsmonate sind zumeist frei von psychischen Veränderungen; dieselben stellen sich für gewöhnlich erst von: 4. bis 6. Monat ein.

Neben den durch das körperliche Verhalten bedingten Unlustgefühlen, welche die Schwangerschaft mit sich bringt, kommt noch gewissen psychischen Faktoren eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das Eintreten abnormer Geisteszustände zu. Die Ungewißheit über den Verlauf der Schwangerschaft und den Ausgang der Geburt, die Angst, etwa dabei sterben zu müssen oder das Leben des Kindes einzubüßen, bei Ledigen die Furcht, in den Augen der Mitmenschen an Achtung zu verlieren und von der eigenen Familie deswegen verstoßen zu werden, schließlich auch die Sorge um die Zukunft, zumal wenn der Liebhaber sie verläßt — alles dies ist dazu angetan, die psychische Persönlichkeit der Schwangeren in ihrem Empfinden und Handeln stark zu verändern

Es darf daher nicht wundernehmen, wem: auch die
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.