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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

Die Vorliebe klimakterischer Frauen für Beleidigung und Hausfriedensbruch beruht ohne Zweifel auf ihrer abnorm großen Reizbarkeit und ihrem Mangel an Selbstbeherrschung, die für Verletzung der Eidespflicht wahrscheinlich aus der diesem Alter eigentümlichen krankhaften Wahnbildung. Wodurch die häufigere Hehlerei veranlaßt wird, entzieht sich meiner Beurteilung. — Der Mangel an Selbstbeherrschung bringt es auch mit sich, daß der Ladendiebstahl relativ viel Opfer zur Zeit der Menopause erfordert. Der schon zitierte Legrand du Saulle stellte unter seinen 56 Ladendiebinnen fest, daß 10 derselben in den kritischen Zähren standen.

Ebenso wie die monatlich einsetzende Menstruation die Empfänglichkeit des Weibes für Kriminalität erhöht, so tun dieses auch, vielleicht sogar in noch verstärktem Maße, die übrigen Zustünde, welche mit seinem Geschlechtsleben im Zusammenhange stehen: die Schwangerschaft, die Niederkunft und das Säugegeschäft.

Infolge des veränderten Stoffwechsels kommt es im weiblichen Organismus während der Schwangerschaft zu tief eingreifenden Veränderungen, nicht bloß im allgemeinen, sondern auch im Nervensystem im besonderen. Diese treten äußerlich in zahlreichen Störungen, zumeist vasomotorischer Natur, wie Erbrechen, Schwindel-anfällen, Herzpalpitationen, Anschwellungen, Neuralgien, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit u. a. m. in die Erscheinung; aus psychischem Gebiet äußern sie sich in Unbeständigkeit, Stimmungswechsel und Launenhaftigkeit, abnormen Gelüsten (teils in zwingender Abneigung, teils in unbe-zwinglicher Zuneigung zu bestimmten Dingen), Zwangsvorstellungen, Schreckhaftigkeit, schlechten Träumen, Alpdrücken, abnorm gesteigerter Reizbarkeit oder auch in Apathie, Mutlosigkeit. Alle diese Erscheinungen, die schon das Nervensystem eines bis dahin ganz gesunden Weibes
        
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