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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen.

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einstellenden Alterationen der Vorstellungs-, Willens- und Gemütssphäre sich leicht durch die äußeren Reize, wie sie in einem Warenhause einwirken, eine so jähe Steigerung erlitten hätten, welche die Zurechnungssähigkeit ausschließt. Jedenfalls müsse in allen Fällen von Warenhausdiebstählen eine psychiatrische Untersuchung stattfinden. Es sollten Geldstrafen hier zulässig sein. Gerade der Umstand, daß Leute vorn Lande, und daß weibliche Elemente vorwiegend beteiligt seien, auch daß überaus häufige hysterische Stigmata gefunden würden, daß das gestohlene Gut zumeist zwecklos und unbrauchbar für den Dieb sei, daß ferner eine augenfällige Planlosigkeit, dagegen fast nie materielle Notlage vorherrsche, weise daraus hin, daß zumeist pathologische Elemente beim Warenhausdiebstahl zu berücksichtigen seien." Gudden plädiert daher für Anwendung des § 51 des Strafgesetzbuchs, der bekanntlich besagt: „Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn der Täter zur Zeit der Begehung der Handlung sich in einem Zustande von Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit befand, durch welche seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war." Lepp-mann, der ebenfalls über eine Anzahl Fälle von Ladendiebstählen sein Fachurteil abzugeben hatte, fand gleichfalls, daß nur ein kleiner Teil von ihnen völlig frei von krankhaften Störungen des Nervensystems, bzw. Psychosen war. Die meisten waren geistig zweifelhafte Individuen; unter ihnen befanden sich Manische und Hypomanische, Entartete, jugendlich Minderwertige, auch Hysterische und Epileptische. In der Hauptsache handelte es sich aber um weibliche Neurastheniker, chronisch geistig Ermüdete, geschädigt durch häufige Entbindungen und Krankheiten, die blutarm mit Kopsdruck, Kongestionen und anderen vasomotorischen Störungen, wie Gliederzittern, Herzklopfen usw. behaftet waren. Sie zeigten Verstimmung,
        
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