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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

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Großstadt-Dokumente Bd. 48.

sogar die Mitteilung, daß sie sich schon früher in ähnlicher Weise vergangen und daß sie zu Hause die Gegenstände ihrer gelegentlichen Diebstähle aufbewahrten. Sie empfinden bei solchem Geständnis oft genug eine gewisse Erleichterung. Zn ihrer Wohnung trifft man dann bei der Durchsuchung eine mehr oder minder beträchtliche Anzahl gestohlener Gegenstände an, zumeist an einem ganz sicheren Orte versteckt, wo man sie niemals vermuten würde. Dabei stellt sich wohl auch heraus, daß dieselben nicht einmal benutzt worden sind, sondern noch unberührt, oft genug noch mit den Etiketten des betreffenden Warenhauses versehen, daliegen. Nach dem Motiv für den Diebstahl gefragt, pflegen die Diebinnen anzugeben, daß ein unwiderstehlicher Drang sie erfaßt hätte, die Sachen, die ihnen in die Augen gestochen hätten, mit sich zu nehmen; sie wären besonders unter dem Einfluß der Lichtfülle, die sie umgab, gleichsam geistig geblendet worden.

Nach Legrand du Saulle fielen von 56 in Pariser Warenhäusern von Frauen verübten Diebstählen 35, b. i. 63 % in die Zeit der Regeln. Ebenso zeigte Du-buisson, daß die meisten der von ihm untersuchten Frauen zur Zeit des Ladendiebstahles menstruiert waren. Der Psychiater Gudden hob unter den Fällen, die zu seiner Begutachtung kamen, ebenfalls hervor, daß die Ladendiebinnen weitaus hysterische Personen waren, die unter menstruellem Einflüsse standen, oder in einigen Fällen schwanger waren. Er berichtet, daß schon vor der Begehung der Tat während der früheren Regeln an ihnen die periodisch wiederkehrende Reizbarkeit mit Unruhe, Angst, Schwindel, Wandertrieb ihrer Umgebung ausgefallen war. Er kommt zu der Überzeugung, „daß die bei pfychopathischen sowie nervösen oder hysterischen Personen infolge des Menstruationsprozesses häufig sich
        
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