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Geschlecht und Verbrechen

Full text: Geschlecht und Verbrechen / Buschan, Georg

Geschlecht und Verbrechen. 
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Störungen pflegen sich, entsprechend der erhöhten ner¬ 
vösen Spannung vor dem Eintritt der Periode, aber auch 
nach Aussetzen und auch während derselben einzustellen. 
Schlager Mlgem. Zeitschr. für Psychiatrie, Bd. XV, 
S. 457) vermochte unter 350 Frauen mit abnormen 
menstruellen Prozessen in 44 Fällen diese Störungen als 
veranlassende Momente für den Ausbruch einer Geistes¬ 
störung verantwortlich zu machen. 
Der Einfluß der Menstruation aus die weibliche Psyche 
ist ferner deutlich erkennbar an der Häufigkeit von ge¬ 
wissen Delikten; besonders sollen es Brandstiftung, Mord, 
Widerstand gegen die Staatsgewalt und vor allem Dieb- 
stahl sein, die von erfahrenen Kriminalisten und Irren¬ 
ärzten (H. Grootz, Kriminalpsychologie, S. 407; Hoche, 
Handbuch der gerichtlichen Psychiatrie, S. 406; Krafft- 
Ebing, Psychopathologia sexualis; Lombroso-Ferrero, 
Das Weib, S. 364) mit dem Menstruationsvorgang in Ver¬ 
bindung gebracht werden. Vor allem gilt der Warenhaus¬ 
diebstahl für das typische Delikt des menstruierenden Weibes. 
Lombroso-Ferrero stellten fest, daß unter 80Frauen, 
die wegen Widerstandes gegen die Polizei vor Gericht 
kamen, allein 71, d. i. 88% zur Zeit der Tat ihre Periode 
hatten. — Bei dem sog. Warenhausdiebstahl handelt es 
sich um kein erwerbsmäsziges Verbrechertum, sondern 
vielmehr um Personen, zumeist in günstigen Vermögens- 
verhältnissen und in gesicherter sozialer Stellung lebend, 
sogar öfters um wirklich reiche Frauen, die in Waren¬ 
häusern von dem Triebe zu stehlen ergriffen werden, und 
dann zumeist nur Gegenstände von geringem oder oft 
gar Keinem Werte, von denen sie vielleicht sogar schon 
in genügender Anzahl zu Hause besitzen, mitnehmen. So¬ 
bald sie beim Verlassen des Ladens angehalten und zur 
Rede gestellt werden, pflegen sie unumwunden ohne Um¬ 
schweife ihre Tat einzugestehen, machen dabei nicht selten
        
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