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Appendix Bauernfängerkünste im Süden*. Von Hans von Manteuffel

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

90 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

winnen mutz. Ein Risiko ist offenbar bei der Sache gar nicht vorhanden — natürlich vorausgesetzt, daß der Gauner wie die ersten Male auch nachher stets die unterste Karte aus der rechten Hand, das ist die gemerkte Figurenkarte, zuerst wirft. Meist bedarf es nur einer kleinen Anregung von feiten des pointierenden Genossen, um den Neuling der Versuchung, selbst einmal zu pointieren und zu gewinnen, erliegen zu lassen. Geht das Opfer aber noch nicht auf den Leim, so erklärt der Bankhalter, er könne, um sich bei seinen bisherigen Verlusten keine Chance zu vergeben, nur noch Einsätze von 500 Frank und darüber annehmen. Da ihm ein solcher Satz für seine Person allein, wie der bisherige Spielpartner meint, doch etwas hoch ist, sieht er sich nach einem Teilhaber um. Nur selten wird die Beteiligung an einer so gewinnreichen Partie ausgeschlagen. Läßt der Bauernfänger auch dieses Mal seinen Partner und dessen Teilhaber gewinnen, so hat der sichere Gewinn von 100 Frank oder mehr schon die Spielleidenschaft des Neulings angeregt. Erklärt der Bankhalter nun, daß er nur noch Einsätze von 1000 Frank und darüber halten werde, so wird sämtliches verfügbare Geld in fremder Münze zusammengesucht, um nun — aber auch zum letzten Male, wie man sich fest vorgenommen hat! — noch einen höheren Satz aus das Bild zu wagen. Nun ist aber auch der längst ersehnte Augenblick für den Bauernfänger gekommen. Er weiß genau, datz er voraussichtlich nur noch diesen einen Zug zur Verfügung hat. Der Einsatz ist gemacht. Mit tödlicher Sicherheit wirft er von den beiden, durch die Stellung der Hand verdeckten Karten der rechten Hand zuerst die obere statt der unteren — eine Manipulation, die durch die schwunghaften Bewegungen der Hände unterstützt wird —, und der Unerfahrene gewahrt schließ-
        
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