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Appendix Bauernfängerkünste im Süden*. Von Hans von Manteuffel

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Bauernfängerkünste im Süden.

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seidenes Taschentuch vertritt die Stelle des Spieltisches. Karten hat der freundliche Herr auch ganz zufällig bei der Hand. Es handelt sich darum, aus drei Karten, die gezeigt, hintereinander geworfen und dann miteinander vertauscht werden, eine ganz bestimmte, z. B. eine Figuren-karte aus zwei gewöhnlichen anderen Karten herauszufinden. Der Spieler hält mit Daumen, Mittel- und Zeigefinger der linken Hand eine und den entsprechenden Fingern der rechten zwei karten, und zwar letztere übereinander und alle verdeckt, das heißt, mit der Rückseite nach oben. Während er nun die ersten Male stets die Figurenkarte, welche er allen sichtbar zu unterst in der rechten Hand placierte, darauf die einzelne der linken und schließlich die testierende der rechten Hand wirft, um dann die drei Karten ihre Plätze tauschen zu lassen, wirft er später die obere Karte aus der rechten Hand, das heißt, eine andere als die Figurenkarte, zuerst und dann die übrigen wie vorher. Bei der schnellen Bewegung der durch die Hände verdeckten Karten nimmt es das Auge nicht wahr, daß eine andere Karte fiel, folgt dieser im weiteren Verlaufe und Kann daher die gewählte Figurenkarte nicht mehr finden. Bei ehrlichem Spiele, wenn jener Kniff nicht angewendet wird, Kaim, wie jedem einleuchten wird, von einem Glücksspiele garnicht die Rede sein. Es ist weder Zufall, noch erfordert es mehr als ein wenig Aufmerksamkeit, von drei bekannten Karten, deren Lage man kennt, und die in einer ganz bestimmten Reihenfolge geworfen werden, eine ganz bestimmte aufzudecken. Tatsächlich dient die andere Placierung der Karten dem Bauernfänger nur dazu, um die Aufmerksamkeit von der Hauptsache, dem Werfen der Karten, abzulenken.

Es erscheint dem Zuschauer ganz selbstverständlich, daß der Pointeur andauernd gegen den Bankhalter ge-
        
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