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Appendix Bauernfängerkünste im Süden*. Von Hans von Manteuffel

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Bauernfängerkünste im Süden.

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mindestens einer angeblich deutscher Offizier, Rittergutsbesitzer oder gar Goldminenbesitzer gewesen ist — seinen Geburtstag, der natürlich mit Sekt gefeiert werden mutz. Das Opfer wird eingeladen, kann nicht abschlagen und mutz, wie es dann leider zu spät merkt, die ganzen Unterhaltungskosten der Gesellschaft allein tragen. Einer besonderen Beliebtheit für solche Zwecke erfreut sich bei den Gaunern eine eigens hierzu erfundene Abart des Glücksspieles „Häuseln". Während sonst bei diesem Spiele von einem 52 Blätter enthaltenden Paket nach Mischen und Abheben etwa annähernd so viel einzelne Häufchen wie Spieler vorhanden sind, gemacht werden, und auf diese nach Ausstoßung eines Hausens für den Bankhalter durch einen Pointeur beliebig von den Mitspielern gesetzt werden kann, werden bei jener Spielart nur einzelne Karten zum Besetzen für die Spieler und zum Aussondern für den Bankhalter vom Talon abgezogen. Der die einzelnen Karten an Merkmalen der Rückseite erkennende Genosse hat nur nötig, die höchste Karte für seinen Freund und eventuell die niedrigste für das Opfer, wenn dieses Bank hält, auszusuchen, um den Zufall wirksam zu korrigieren. Die Pointe des Spieles liegt nämlich darin, datz der Bankhalter Beträge der Spieler, die auf im Werte höhere Karten als die seinige gesetzt sind, als Gewinne auszuzahlen hat und solche, die auf gleich- oder minderwertige Blätter als Einsätze gemacht sind, für sich einziehen dars. Selbstverständlich ist kein Betrüger dieser Art so ungeschickt, von Ansang an fortdauernd zu gewinnen. Vielmehr ist es alte Gaunerregel, die meines Wissens kaum jemals verletzt worden ist, zu Anfang und bei Kleinen Einsätzen den Unerfahrenen gewinnen zu lassen. Die Verluste der Gewerbsspieler geben diesen nebenbei die erwünschte Gelegenheit, auf Erhöhung der Spieleinlagen zu drängen,
        
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